• Richtig versichert gegen Starkregen

    Starkregen kann überall auftreten

Immer häufiger führen heftige Regenfälle zu Überflutungen

Vor allem in den Sommermonaten kommt es immer häufiger zu extremem Starkregen, der zu Überschwemmungen führen kann und das auch abseits von großen Gewässern. Wir wollen zeigen, wo die Überschwemmungsgefahren liegen und wo die Schwachpunkte am Gebäude sind.

In den letzten Jahren kam es in vielen Städten wie 2014 in Münster, 2016 in Braunsbach und Simbach und 2017 in Berlin zu außergewöhnlich hohen Niederschlagsmengen. In Münster fielen in sieben Stunden fast 300 Liter pro Quadratmeter, in Braunsbach waren das in einer Stunde 60 Liter pro Quadratmeter. Die Ereignisse in Braunsbach zeigen, welche verheerenden Folgen extreme Niederschläge haben können. Wir empfehlen hier nochmals den Bericht aus unserem Magazin-Archiv.
Überflutungen durch Starkregen sind häufig nur schwer vorherzusagen. Das Wasser nimmt aufgrund von Verbauungen oder der Topografie überraschende Wege. Das Wasser kann dabei große Schäden an Gebäuden, am Hausrat, an Fahrzeugen und an der Infrastruktur anrichten. Schäden durch Hochwasser und Starkregen sind übrigens nicht automatisch in der Wohngebäude- oder Hausratversicherung eingeschlossen. Sie können aber mit einer Elementarschadenversicherung versichert werden.
Unwetterstatistik zu Starkregen
Grafik zur Regenmenge bei Starkregen
So viele Gebäude sind gegen Naturgefahren und Unwetter versichert

Starkregenereignisse nehmen tendenziell zu. Es ist in jeder Jahreszeit zu rechnen. In den Sommermonaten kommt es am häufigsten zu Starkregenereignissen. Aber auch der Frühling und der Herbst sind nicht zu unterschätzen.

Überschwemmungsgefahren und Schwachstellen erkennen

Mieter und Hausbesitzer müssen Vorsorgemaßnahmen treffen, um sich vor der Überschwemmungsgefahr zu schützen. Auf der einen Seite gibt es die öffentliche Vorsorge der Kommunen und Gemeinden wie durch Schutzdämme und sonstiger anlagentechnischer und mobiler Schutzsysteme. Auf der anderen Seite steht die private Eigenvorsorge.
Schwachstellen am Haus bei Starkregen

1. Grundwasser durch Kellerwände/-sohlen

2. Rückstauwasser aus der Kanalisation

3. Grundwasser durch Umlaufen der Anschlüsse

4. Oberflächenwasser durch Lichtschächte und Kellerfenster

5. Oberflächenwasser infolge Durchsickerung der Außenwand

6. Oberflächenwasser durch Tür- und Fensteröffnungen

Für Gebäude entstehen auch abseits von Gewässern Überschwemmungsgefahren aufgrund der Topografie und der Bauweise:
  • Hang- oder Muldenlage: Schäden am Gebäude entstehen, wenn Regenwasser aus der Umgebung und Nachbargelände auf das Grundstück strömt und sich am Gebäude aufstaut. Das Gebäude wird im Sockelbereich entweder durch länger stehendes Druckwasser belastet oder das Wasser fließt über Lichtschächte, Türen oder Fenster ins Gebäude. Bei Dauerregen verlagert sich die Druckbelastung auf die Bauwerkssohle, also der Unterseite der Bodenplatte.
  • Auftriebsgefahr durch Druckwasser: Schäden am Gebäude entstehen durch die bei Überschwemmung und Wasserstau auftretende Auftriebsgefahr. Leichtere Gebäudeteile wie etwa eine als wasserdichte Wanne betonierte Tiefgarage können aufschwimmen oder werden beschädigt, wenn nicht durch Flutung rechtzeitig für ein Gegengewicht gesorgt wird.
  • Rückstau über die Kanalisation: Extreme Wassermassen überlasten schnell die Kanalisation. Sind Abwasserleitungen oder Abläufe nicht gegen Rückstau gesichert, muss mit Wasser im Keller gerechnet werden. Vor allem dann, wenn dieser unterhalb der Rückstauebene liegt.
  • Kontamination des Gebäudes und der Umwelt: Sind die Heizanlagen und Öltanks im Keller, können bei Überflutungen erhebliche Folgeschäden auftreten. Ölbehälter können aufschwimmen und leckschlagen. Es kann zu massiven Umweltverschmutzungen und Gebäudeschäden durch austretendes Öl kommen.

Der Hochwasserpass bringt Klarheit

Für die Beurteilung wie stark das Gebäude durch Überschwemmungen gefährdet ist, sollte immer ein Fachingenieur hinzugezogen werden. Dies kann beispielsweise über den Hochwasserpass geschehen. Mit dem Pass können sich Hausbesitzer ein Bild über ihr individuelles Überschwemmungsrisiko machen. Er dient dem Nachweis, ob das Gebäude hochwassergefährdet, durch Hochwasserschutzmaßnahmen geschützt und hochwasserangepasst gebaut ist. Zudem hilft er beim Verkauf des Gebäudes, weil die Risiken für Hochwasser, Rückstau und Starkregen bewertet ausgewiesen sind. Entwickelt wurde er vom Hochwasser Kompetenz Centrum e.V. (HKC) in Köln. Die deutschen Versicherer haben das Projekt unterstützt.
magazin-wohnen-starkregen-hochwasserpass

Das Gefährdungspotenzial wird mit einer Farbskala dargestellt: rot, orange, gelb und grün. Rot steht für eine hohe Gefährdung, grün für keine Gefährdung.

In fünf Schritten zum Hochwasserpass:

Schritt 1: Grundwissen aneignen

Auf der Internetseite www.hochwasser-pass.com gibt es viele Informationen zu den Gefahren, die von Starkregen, Rückstau und Hochwasser für das Gebäude ausgehen. Hier können Sie sich umfassend informieren.

Schritt 2: Selbstauskunft / Fragenkatalog

Auf einem Fragebogen können Sie per Selbstauskunft den Ist-Zustand Ihres Hauses bewerten lassen. Es geht um die Gefährdungssituation und bauliche Vorsorgemaßnahmen. Hier geht’s zum Fragebogen.

Schritt 3: Kurzbewertung

Eine automatisierte Auskunft gibt eine erste Einschätzung des Risikos.

Schritt 4: Sachkundigen beauftragen

Für eine erweiterte, detaillierte Bewertung des Gebäudes und für die Ausstellung des Hochwasserpass können Sie einen Sachkundigen beauftragen. Unter folgendem Link: https://www.hochwasser-pass.com/werkannmirhelfen sind die Sachkundigen gelistet. Auch Experten vom Risikoservice der SV SparkassenVersicherung sind darunter. Die Leistung des Sachkundigen ist kostenpflichtig.

Schritt 5: Ausstellen des Hochwasserpasses

Der Sachkundige prüft die Selbstauskunft und erweitert diese mit zusätzlichen Angaben. Der Inhaber des Hochwasser-Passes hat damit eine fundierte Risikoeinschätzung für sein Haus und bekommt zudem Tipps, wie durch Vorsorge die Gefährdung verringert werden kann.

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Autorin Stefanie Rösch

Die Autorin Stefanie Rösch arbeitet als Pressereferentin in der Unternehmenskommunikation der SV.

Kontakt in die Redaktion:
onlinemagazin@sparkassenversicherung.de

30.06.2021

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