Umgestürzte Bäume nach Sturm
Umgestürzte Bäume nach Sturm
Umgestürzte Bäume nach Sturm

Unwetter, eine steigende Gefahr

Der Klimawandel zeigt immer häufiger sein wahres Gesicht. Die große Kraft der Natur wird uns immer wieder durch starke Orkane wie Xynthia, Kyrill, Überschwemmungen wie im Osten Deutschlands Anfang 2014 oder die extreme Unwetterlage im Sommer 2016 vor Augen geführt. Die Statistiken zeigen: Die Zahl von extremen Wetterlagen und die von ihnen angerichteten Schäden steigen von Jahr zu Jahr an.
Der Klimawandel ist in vollem Gange: Wer die Statistiken des Rückversicherers Munich Re verfolgt, sieht, dass deutschland- und weltweit der Trend zu immer mehr und immer größeren Elementarschäden seit vielen Jahren eindeutig ist. Rekordsommer wechseln sich ab mit Rekordwintern, nasskalte Sommer mit milden Wintern. Dauerte der Winter 2012/13 in einigen Teilen Deutschlands mit vier bis fünf Monaten außergewöhnlich lange, so verdiente der Winter 2013/14 die Bezeichnung Winter kaum noch. Nach 2015 wird nun auch 2016 das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen werden. Der globale Klimawandel hinterlässt auch bei uns deutliche Spuren. Die weltweiten Klimaaufzeichnungen belegen, dass sich in den Jahren 1994 bis 2007 fast dreimal so viele große wetterbedingte Naturkatastrophen ereigneten wie noch in den 1960er-Jahren. Die volkswirtschaftlichen Schäden stiegen in diesem Zeitraum um den Faktor 5,3, die versicherten Schäden nahezu um das Zehnfache.
In Deutschland zeigt sich seit den 90er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts eine deutliche Tendenz zu immer kostenintensiveren Unwetterschäden durch Stürme und Überschwemmungen. Auch wer nicht unmittelbar davon betroffen war, erinnert sich vielleicht noch an die Namen der schweren Orkane Vivian (1990), Wiebke (1990), Lore (1994), Emily (1995) und Lothar (1999). Und es ist nicht so, dass die Kunden der SV verschont geblieben wären. Zahlen der SV: Allein durch Vivian und Wiebke wurden 92.000 Gebäude beschädigt, über 100 Millionen Euro zahlte die SV damals an ihre Kunden. Übertroffen wurde das Ausmaß der Zerstörung allerdings noch von Jahrhundertsturm Lothar an Weihnachten 1999, der bis Juli 2013 mit rund 500 Millionen Euro der größte Schaden in der SV-Geschichte war. Auch nach der Jahrtausendwende zogen mit zunehmender Regelmäßigkeit schwere Unwetter über Deutschland. Den Stürmen Jeanett (2002) und Gerda (2004) folgten Hagelunwetter in Baden-Württemberg (2005) und Villingen-Schwenningen (2006) sowie Orkan Kyrill (2007) und der Starkregen im schwäbischen Zollernalbkreis (2008), die jeweils hohe zweistellige Millionenschäden anrichteten. 2010 setzte das Sturmtief „Xynthia“ die Reihe schwerer Winterstürme der vergangenen Jahre fort.
Am 28. Juli 2013 löste ein Hagelunwetter in Baden-Württemberg Lothar als das größte Unwetterereignis in der SV-Geschichte ab. 70.000 Gebäude- und Autoschäden in Höhe von 600 Millionen Euro waren entstanden. 2015 zog Sturm Niklas über Deutschland hinweg und sorgte für große Schäden. Schadenbilanz bei der SV: Schäden an über 25.000 Gebäuden und Fahrzeugen mit einem Aufwand von rund 32,8 Millionen Euro. Eine besondere Wetterlage sorgte ab Ende Mai 2016 bis in den Juni hinein für laufend Schäden mit einem Volumen von rund 100 Millionen Euro.
Titelfoto: LaNaServ/D.Stremke

02.01.2017
Straßenschild im Hochwasser

Diese Entwicklungen belegen, dass die Frequenz von Unwettern ständig zunimmt. Sie zeigen zugleich, wie wichtig es ist, sein Hab und Gut und nicht zuletzt sich selbst gegen die Folgen von Naturgewalten richtig abzusichern.  

Straßenschild im Hochwasser

Diese Entwicklungen belegen, dass die Frequenz von Unwettern ständig zunimmt. Sie zeigen zugleich, wie wichtig es ist, sein Hab und Gut und nicht zuletzt sich selbst gegen die Folgen von Naturgewalten richtig abzusichern.  

Ein Blick in die SV-Statistik
Die bedeutendsten Unwetter der SV von 1993 bis 2016 (Angaben zur Schadenshöhe umgerechnet auf heutige Preise)

2010-2016
  • 2016
    Die Unwetterserie von Ende Mai bis Ende Juni brachte Starkregen, Hochwasser, Hagel und Stürme. Die SV hat rund 18.000 Schäden aus der gesamten Unwetterserie seit dem 27. Mai zu verzeichnen mit Schäden von über 100 Millionen Euro.

    2015
    Im Frühjahr und im Sommer hinterließen mehrere, teils regional sehr begrenzte Stürme, ihre Spuren. Niklas richtete deutschlandweit große Schäden an. Schadenbilanz bei der SV: Schäden an über 25.000 Gebäuden und Fahrzeugen mit einem Aufwand von rund 32,8 Millionen Euro. Am 7. Juli richtete ein Sturm in Nordhessen schwere Schäden an. Rund 9.700 Gebäude und Fahrzeuge wurden beschädigt. Die SV entschädigte mit 18,9 Millionen Euro. Eine Besonderheit war der Tornado in Framersheim am selben Tag, der Schäden in der rheinhessischen Kleinstadt anrichtete.

    2014
    Vor allem in den Sommermonaten hinterließen Stürme, Überschwemmungen und Hagel ihre Spuren: Sturmtief Ela verursacht in Kassel Schäden an 3.900 Gebäuden und Fahrzeugen mit einem Aufwand von rund neun Millionen Euro. Überschwemmungen richteten in Tuttlingen, Rottweil und Schwarzwald-Baar rund 9 Millionen Euro Schäden an 1.400 Gebäuden an.

    2013
    28. Juli: Ein Hagelsturm von bislang unbekannter Dimension zieht über Baden-Württemberg. In nur 15 Minuten verursachte er 70.000 Schäden in Höhe von 600 Millionen Euro. Extreme Regenfälle und weitere Hagelschäden am 6. August im Zollernalbkreis sowie Überschwemmungen im Juni in Thüringen lassen in diesem Jahr das Schadenvolumen auf 768 Millionen Euro steigen.

    2012
    Eine lange Frostperiode mit Leitungswasserschäden sowie das Orkantief Andrea und regionale Unwetter erfordern einen Schadenaufwand von insgesamt 213,4 Millionen Euro.

    2011
    Hagel, Sturm und Überschwemmungen in Baden-Württemberg und Hessen. 49.000 Gebäudeschäden werden in Höhe von 102,9 Millionen Euro reguliert.

    2010
    29. Februar: Wintersturm Xynthia fegt über Süd- und Mittelhessen, Schwarzwald und Nord- und Mittelbaden hinweg. 43.000 Gebäude werden beschädigt, Schadenssumme: 44 Millionen Euro.

2000-2009
  • 2009
    Wintersturm Quinten verursacht zusammen mit Dauerregen im Juli einen Schaden von 37,8 Millionen Euro.

    2008
    Orkantief Emma sowie mehrere Gewitterfronten mit Starkregen und Überschwemmungen in Baden-Württemberg und Hessen richten einen Schaden in Höhe von 128 Millionen Euro an.

    2007
    17. Januar: Orkantief Kyrill zieht über Nordbaden, Nordwürttemberg und Nordhessen. 91.000 Gebäudeschäden mit einer Gesamtschadenshöhe von 90 Millionen Euro.

    2006
    28. und 29. Juni: Hagelsturm mit tennisballgroßen Körnern über Villingen-Schwenningen und Trossingen. Gesamtschäden an Gebäuden und Auto: 175 Millionen Euro.

    2005
    Schwere Schäden durch Sturm, Starkregen und Hagel am 29. Juli im Schwarzwald und im Großraum Stuttgart. 22.500 Gebäudeschäden mit einer Schadenssumme von 51 Millionen Euro.

    2004
    Am 12. Januar toben Gerda und Hanne über Baden-Württemberg, am 7. Juli Sturm und Hagel am Oberrhein und am Bodensee. Insgesamt zahlt die SV 54 Millionen Euro aus.

    2003
    Der Orkan Calvann am 2. Januar sowie mehrere Sommerunwetter in verschiedenen Landesteilen verursachen eine Schadenssumme von 41 Millionen Euro.

    2002
    Mehrere schwere Unwetter mit Hagel mit Schwerpunkt in Villingen-Schwenningen in den Sommermonaten richten einen Gesamtschaden von 66 Millionen Euro an. Am 27. Oktober sorgt Orkan Jeanett für Schäden an 35.000 Gebäuden und einen Gesamtschaden von 30 Millionen Euro.

    2001
    Orkan Willy beschädigt rund 8.900 Gebäude und richtet einen Schaden in Höhe von 11,8 Millionen Euro an.

    2000
    Im Großraum Stuttgart richten Gewitter und Hagelschläge Schäden in Höhe von 10,6 Millionen Euro an.

1993-1999
  • 1999
    22. Mai: Schwere Schäden durch Überschwemmungen im Raum Ulm sowie am Bodensee (Konstanz, Radolfzell). Schadenhöhe ca. 17 Millionen Euro. 26. Dezember: Orkan Lothar wütet über Baden-Württemberg. Die SV ersetzt einen Gesamtschaden von 500 Millionen Euro, rund 260.000 Gebäude werden beschädigt.

    1995
    Orkantief Emily richtet am 22. Juli an 30.000 Gebäuden einen Gesamtschaden von 120 Millionen Euro an.

    1994
    Sturm, Hagel und Hochwasser verursachen in Baden-Württemberg Schäden in Höhe von 86 Millionen Euro.

    1993
    Weihnachten: Das Jahrhunderthochwasser an Neckar, Main und Tauber beschädigt 20.000 Gebäude. Die SV zahlt 94 Millionen Euro an ihre Kunden.

Autorin:
Stefanie Rösch

Kontakt in die Redaktion:
onlinemagazin@sparkassenversicherung.de

Das könnte Sie auch interessieren...

Versicherung für Ihr Hab und Gut

Die Hausratversicherung bietet eine umfassende Absicherung bei Schäden durch Feuer, Sturm/Hagel, Leitungswasser und Einbruchdiebstahl.

Mehr zum Thema Hausratversicherung

Unwetterschaden - und nun?

Schäden an Gebäuden durch Naturereignisse lassen sich nicht vermeiden. Doch wenn es zum Schaden kommt, stellt sich nun die Frage, was ist als erstes zu tun?

Mehr zum Thema Unwetter

Gut versichert gegen Unwetter

Sturm, Hagel, Starkregen und Überschwemmungen richten jedes Jahr große Schäden an Gebäuden, Hausrat und Autos an. Welche Versicherungen kommen dafür auf?

Zum Artikel Versicherungsschutz bei Unwettern