Einbruch Grafik
Einbruch Grafik
Einbruch Grafik
Sie sind hier: Privatkunden >Service >Magazin >Wohnen

Vor Einbrechern schützen

Im Schnitt braucht ein Einbrecher 15 Sekunden, um ein Fenster oder eine Tür auszuhebeln! Und die entstandenen Schäden steigen jedes Jahr. Allein deswegen wird Einbruchschutz immer wichtiger.

Die Zahl der Einbrüche geht einerseits in Deutschland das erste Mal seit Jahren zurück. "Das ist eindeutig ein positives Signal für die Sicherheit", so Reinhold Hepp, Polizeivizepräsident in Ulm und Leiter des dortigen Führungs- und Einsatzstabes. Andererseits ist Deutschland mit rund 150 000 Einbrüchen in 2016 immer noch ein Einbrecherland. Das heißt, im Schnitt wird alle drei Minuten eingebrochen.
In über 80% der Fälle dringen die Einbrecher in Einfamilienhäusern über ein Fenster oder eine Fenstertür ein, während bei Mehrfamilienhäusern sich über die Hälfte der Täter die Schwachstelle Wohnungstür zunutze macht. Sogenannte "Bohrer" etwa sind eine besonders perfide Einbrecher-Form. Sie steigen nämlich genau dann ein, wenn die Bewohner anwesend sind. So ist die Wahrscheinlichkeit höher, an persönliche Wertgegenstände wie Schmuck, Brieftaschen oder Autoschlüssel zu kommen. Der Name rührt daher, dass sie beinahe lautlos Fenster oder Türen aufbohren und dann einsteigen.
Die gute Nachricht lautet, dass die Zahl der gescheiterten Einbrüche laut der polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes bei 44 Prozent lag, so hoch wie noch nie. Reinhold Hepp betont in diesem Zusammenhang insbesondere das Zusammenspiel aus polizeilicher Ermittlungsarbeit und dem Engagement der Bürger, das auch in Zukunft auf potenzielle Einbrecher eine abschreckende Wirkung haben dürfte.
Psychologische Folgen
Die psychologischen Folgen eines Einbruchs wiegen neben den finanziellen ebenfalls schwer. Ob es persönliche Dinge sind, die durchwühlt wurden oder liebgewonnene Gegenstände, die mutwillig zerstört werden - häufig haben Einbruchsopfer mit Schlafstörungen oder Angstzuständen zu kämpfen. "Das gewaltsame Eindringen in die Privatsphäre bewirkt einen Zustand der Unsicherheit und mindert damit die Lebensqualität", so Reinhold Hepp. Oftmals sehen viele Betroffene den Ausweg nur in einem Umzug, was aber nicht zwingend die therapeutische Hilfe ersetzt.

Über den Autor:

David Oechsle macht gerade ein sechsmonatiges Praktikum in der Unternehmenskommunikation der SV. Mit seinem Vermieter möchte er nun über einbruchhemmende Maßnahmen sprechen.

Kontakt in die Redaktion:
onlinemagazin@sparkassenversicherung.de

Rund 15 Sekunden braucht ein Einbrecher, um ein Fenster auszuhebeln

Rund 15 Sekunden braucht ein Einbrecher, um ein Fenster auszuhebeln

Lieber vorher investieren als nachher
Grundsätzlich gilt: "Eine aufmerksame Nachbarschaft sowie gut einsehbare Gebäudefassaden reduzieren die Gefahr erheblich", sagt Klaus Hummel, Risikoingenieur bei der SV SparkassenVersicherung. Seine eigenen vier Wände sichert man am besten mit mechanischen Schutzvorrichtungen, bevor im nächsten Schritt eine elektronische Abwehr, etwa in Form einer Alarmanlage, in Erwägung gezogen werden kann. Hauptaugenmerk sollte auf der Haustür und den Fenstern liegen. Denken Sie dabei wie ein Einbrecher: Wo sind die Schwachstellen an Ihrer Immobilie? "Investieren Sie lieber vorher anstatt hinterher! Nur die Haustüre zu schützen reicht nicht", weiß Klaus Hummel. Pauschale Empfehlungen hinsichtlich der richtigen Schutzmechanismen gibt es jedoch nicht. Jedes Haus und jede Wohnung hat ihre Besonderheit. Örtliche Beratungsstellen der Polizei helfen hier weiter und empfehlen Firmen, die sich in puncto Einbruchschutz bewährt haben.
Vom Staat gefördert
Dass der Bürger Eigeninitiative ergreifen muss, um sich vor Einbrechern zu schützen, ist bekannt. Doch der Staat unterstützt dabei über die Förderbank KfW. Wer bis zu 1.000 Euro ausgibt, bekommt nun seit dem 19.9.2017 20 Prozent der Summe (vormals 10 Prozent), bei Summen von über 1.000 Euro steuert der Staat 10 Prozent bei. Wichtig ist es, die Fördermittel vor den Umbaumaßnahmen zu beantragen.

Prävention ist das A und O - vor allem zur Urlaubszeit

Prävention ist das A und O - vor allem zur Urlaubszeit

Richtig versichert
Laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) waren bisher 75 Prozent der Einbrüche in Deutschland zum Tatzeitpunkt durch die Hausratversicherung finanziell abgesichert. Fast 90 Prozent der Einbruchsopfer empfanden die Zusammenarbeit mit ihrer Versicherung als zufriedenstellend. Eine Versicherung ersetzt im Schadensfall zwar Ihren materiellen Schaden, der im Schnitt bei einem Einbruch bei 3.250 Euro liegt. Der immaterielle Schaden hingegen, sprich die Dinge, mit denen etwa besondere Erinnerungen verbunden sind, lässt sich nicht mehr ersetzen. Deshalb ist die Vorsorge die beste Versicherung.
Abschließend noch einen Tipp: Wenn Sie länger als zwei Monate nicht zu Hause sind, sollten Sie Ihren Versicherer darüber informieren. Dann nämlich erhöht sich die Gefahr eines Einbruchs. Zudem können Sie für den Zeitraum der Abwesenheit bestimmte Dinge vom Versicherungsschutz ausschließen.
Damit Sie im Falle eines Falles gut vorbereitet sind:
  • Schließen Sie eine Hausratversicherung ab
  • Immer die Wertsachen auflisten
  • Kaufbelege, Quittungen, Urkunden und Expertisen aufheben
  • Fotos von wertvollen Gegenständen und von der Wohnung machen
  • Alle Angaben sollten Sie an einem sicheren Platz (Bankschließfach, Tresor, bei Freunden) aufbewahren und zwar ohne Ihre Adresse
Machen Sie es Einbrechern schwer! Tipps zur Prävention:
  • Einbau von mechanischer Sicherheitstechnik an Türen und Fenstern
  • Türen und Fenster niemals gekippt oder offen lassen, wenn Sie das Haus verlassen und den Schlüssel in keinem Außenversteck hinterlegen
  • Investieren Sie in Zeitschaltuhren oder andere Techniken, die vor allem in der dunklen Jahreszeit Anwesenheit signalisieren
  • Für die Urlaubszeit: Nicht über Social Media mitteilen, dass man verreist
14.11.2017

Das könnte Sie auch interessieren...

Sicher im Netz unterwegs

Wer surft, hinterlässt kontinuierlich Spuren. Sieben Tipps für mehr Sicherheit im Netz.

Mehr zum Thema Cybersicherheit

Welche Versicherung zahlt nach einem Einbruch?

Die Hausratversicherung der SV erstattet den Wert der gestohlenen Sachen zum Neupreis und übernimmt auch Schäden, die der Einbrecher verursacht hat.

Mehr zum Thema Hausratversicherung:

Vier Mythen über Einbrecher

Viele Gerüchte kursieren um das Thema Einbruch. Doch was stimmt wirklich? Wir gehen der Sache nach.

Mehr zum Thema Einbruch