Sonnenaufgang in Neuseeland
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Faszination von Freiheit, imposanter Natur und spannenden Begegnungen

Schulabschluss – und was dann? Eine Frage, vor der fast jeder steht. Tom Riemer aus Rastatt und Luise Beer aus Hoyerswerda haben sich nach dem Abi erst einmal einen Traum erfüllt. Sie haben die Koffer gepackt und sind als Work & Traveller monatelang durch Neuseeland getourt. Thomas Deneke, Autor des Onlinemagazins, hat mit ihnen am anderen Ende der Welt gesprochen.

Wer weiß schon mit 17, 18 oder auch 19 Jahren, was man später einmal werden will? So ging es auch Tom, der mit seinem Work & Travel-Aufenthalt nicht nur die Welt entdecken, sondern sich auch über sich selbst und seine Zukunft ein Stück weit klarer werden wollte. „Ich hatte einfach keine Ahnung, was ich studieren sollte und hatte daher erst einmal ans Ausland gedacht“, erinnert sich Tom an die Anfänge. Eine Idee, die seine Eltern begrüßten. Doch solch ein Auslandsaufenthalt kostet natürlich auch Geld. Gleich nach seinem Abi in Rastatt schaffte sich Tom selbst den finanziellen Grundstock, indem der 18-Jährige erst einmal jobbte. Parallel kümmerte sich Tom um alles, was man als Work & Traveller so braucht. Wertvolle Tipps erhielt der Badener etwa über zwei große Facebook-Gruppen zum Thema Work & Travel Neuseeland. „Meine Eltern haben mich bei dem nötigen Papierkram mit unterstützt. So brauchte ich eine spezielle Krankenversicherung, die für den langen Auslandsaufenthalt gilt. Zudem versicherten sich meine Eltern, dass ich auch haftpflichtversichert bin“, betont der Rastatter. Für seinen Aufenthalt benötigte er auch ein spezielles Visum.

Über den Autor:

Thomas Deneke ist Journalist. Neugierde und Weltoffenheit stecken ihm sozusagen in den Genen. Er hat ein Faible für fremde Länder und würde am liebsten selbst als Work & Traveller die Welt entdecken. 

Kontakt in die Redaktion:
onlinemagazin@sparkassenversicherung.de

Junge Leute am Tisch

Tausende Kilometer ist Tom Riemer (r.) mit seinen Travelmates durch Neuseeland gereist.

Junge Leute am Tisch

Tausende Kilometer ist Tom Riemer (r.) mit seinen Travelmates durch Neuseeland gereist.

Erste Orientierung
Endlich in Neuseeland angekommen, verbrachte der 18-Jährige Badener erst einmal einige Tage in Auckland. Über einen Anbieter hatte er einen kleinen Einführungsworkshop gebucht. „Da erfuhr ich beispielsweise, wie man an Jobs kommt, eröffnete ein Bankkonto, kümmerte mich um meine Steuernummer vor Ort und besorgte mir eine SIM-Karte“, betont Tom Riemer. Wie die meisten quartierte sich Tom dabei in einem typischen Backpacker-Hostel in Auckland ein. Wie von selbst ergeben sich so nette Kontakte mit anderen Weltenbummlern. Das Hostel dient zugleich als wertvolle Informationsbörse. Welche Farm sucht wann Mitarbeiter? Wohin sollte man auf jeden Fall reisen, was kann man sich schenken? Fragen, auf die Work & Traveller auch in Hostels Antworten finden. Denn die Hostels sind für die einen der Einstieg ins Work & Traveller-Leben in Neuseeland und für die anderen die letzte Station, bevor es wieder nach Hause geht.
Auch Luise Beer blieb zunächst in Auckland. Als sie ihren Eltern eröffnete, dass sie längere Zeit nach Neuseeland wolle, fanden die die Idee zwar klasse, bestanden aber darauf, dass Luise eine Organisation mit einschaltet. Die eigene Tochter von jetzt auf gleich ganz allein auf sich gestellt – da wäre dann doch ein ziemlich mulmiges Gefühl bei den Eltern geblieben. In Auckland angekommen, traf Luise im Hostel eine andere Deutsche, mit der sie sich gleich bestens verstand. Gemeinsam zogen die beiden dann Ende September letzten Jahres los.
Junge Frauen beim Sandsurfen

Abenteuer pur: Louise Beer und ihre Freundin beim Sandboarding am Cape Reinga.

Junge Frauen beim Sandsurfen

Abenteuer pur: Louise Beer und ihre Freundin beim Sandboarding am Cape Reinga.

Im Campervan das Land entdecken
Wer Work & Travel macht, der will natürlich auch Land und Leute kennenlernen. Die meisten Weltenbummler kaufen sich daher vor Ort ein Auto. So auch Tom. Gemeinsam mit einer Schulfreundin aus Rastatt tourte der 18-Jährige dann mit dem Wagen quer durch die imposante Landschaft Neuseelands. „Dabei lernt man, unglaublich zu improvisieren und auch bescheiden zu leben. Das Auto war letztlich das Zuhause“, erklärt Tom Riemer lachend. Trotz des sparsamen Lebens blieb der Spaß nicht auf der Strecke. „In Neuseeland habe ich mir meinen Traum vom Tandemfallschirmsprung erfüllt“, berichtet Tom strahlend.

Adrenalin pur: Tom Riemer nach dem Skydiving auf der Südinsel.

Adrenalin pur: Tom Riemer nach dem Skydiving auf der Südinsel.

Gebrauchtwagen-Check vom Profi
Ähnliches haben Luise Beer und ihre Reisepartnerin erlebt. Über die einschlägigen Facebook-Gruppen hatten sich die beiden zunächst einen Überblick verschafft. Um aber letztlich keinen Reinfall zu erleben, holten sich Luise und ihre Freundin auf einem Automarkt in Auckland einen gebrauchten Toyota für rund 2.000 Euro. „Für 100 Neuseeland-Dollar bot auf dem Gebrauchtmarkt ein professioneller Mechaniker einen Auto-Check an. Das Geld haben wir gerne investiert. So wussten wir, dass wir keine Gurke kauften“, so die 19-Jährige. Das war durchaus sinnvoll: Denn 13.000 Kilometer quer durch Neuseeland spulten Luise und ihre Freundin in fünf Monaten mit ihrem Toyota ab. Das Ummelden und auch das Versichern des Autos in Neuseeland waren schnell erledigt.
Glasschäden am Auto absichern
„Ich kann jedem nur raten, vor Ort auch eine Versicherung gegen Glasschäden am Auto abzuschließen. Während meiner Tour hatte ich durch Steinschlag mehrere Schäden an der Windschutzscheibe, die so komplikationslos reguliert wurden“, gibt Tom Riemer einen wertvollen Tipp.

Luise und ihr Zuhause auf Zeit: Im zum Campervan umgebauten Auto reiste sie wie viele Work & Traveler quer durch Neuseeland.

Luise und ihr Zuhause auf Zeit: Im zum Campervan umgebauten Auto reiste sie wie viele Work & Traveler quer durch Neuseeland.

Mit Jobs vor Ort zum Teil Lebensunterhalt finanziert
Um sich finanziell über Wasser zu halten, haben die Work & Traveller zwischendurch in Neuseeland gejobbt. Luise und ihre Freundin etwa waren einmal auf einer Lavendel-Farm und dann bei einem Kiwi-Packinghouse beschäftigt. Von anderen hatten Luise und ihre Freundin den Tipp bekommen. „Um an Jobs zu kommen, sollte man am besten direkt bei den Farmen anrufen oder Einheimische ansprechen“, ist die Erfahrung, die Luise Beer gemacht hat.
Tom Riemer war zwischendurch bei einem Klimaanlagenbauer in Auckland tätig. „Der Mindestlohn, den man in Neuseeland bekommt, liegt bei rund 16 Neuseeland-Dollar. Das entspricht etwa 11 Euro pro Stunde“, erzählt Luise. Zusätzlich zahlen die Betriebe noch sechs Prozent „Holiday Pay“, sozusagen den ausgezahlten Urlaubsgeldanspruch. „Mit dem, was man verdient, wird man sicherlich in Neuseeland nicht reich, aber man kommt so einigermaßen über die Runden.

Die Arbeit auf dem Feld kann in Neuseeland auch Spaß machen – vor allem, wenn man dazu mit dem Quad rumdüsen kann.

Die Arbeit auf dem Feld kann in Neuseeland auch Spaß machen – vor allem, wenn man dazu mit dem Quad rumdüsen kann.

Doch was macht den Reiz an Work & Travel für Tom und Luise aus? „Neuseeland bietet eine schier unglaubliche Natur“, erzählt Luise, die sogar während ihrer Zeit mit anderen Freiwilligen versuchte, eine Gruppe gestrandeter Wale zu retten. „Man ist einerseits auf sich gestellt und kommt andererseits so ganz automatisch mit wildfremden Menschen in Kontakt. Ich selbst bin hier eher sehr schüchtern hingekommen und muss sagen, dass ich mich doch wesentlich weiter-entwickelt habe“, gibt Tom Riemer unumwunden zu. Er sieht sich als deutlich selbstbewusster und hat heute keinerlei Probleme, Fremde zu kontakten. Erfahrungen, die Luise Beer nur unterstreichen kann. Die Mischung aus gelebter Freiheit einerseits und Eigenverantwortung andererseits hat die beiden Ex-Abiturienten nachhaltig verändert. Irgendwie fühlen sich die beiden heute deutlich „erwachsener“ und „fitter“ für die Studienwelt. Schließlich haben sie gezeigt, dass sie über Monate komplett auf sich gestellt ihren Alltag organisieren und ihr Budget entsprechend einteilen können. „Ich würde es immer wieder machen“, betont Tom Riemer. Doch wie Luise Beer meint auch der Badener, dass etwa ein halbes bis dreiviertel Jahr vor Ort ausreicht. 

Imposante Landschaften und jede Menge Natur: das schätzen Work & Traveler wie hier Tom Riemer an Neuseeland besonders.

Imposante Landschaften und jede Menge Natur: das schätzen Work & Traveler wie hier Tom Riemer an Neuseeland besonders.

Fotos: Tom Riemer, Louise Beer

18.07.2017

Die besten Tipps für Work & Travel Neuseeland

Diese Adressen und Apps sind vorab und unterwegs Gold wert.

Gut vorbereitet nach Neuseeland

www.newzealand.com: Auf dieser Seite findest man im Internet fast alles, was man rund um Neuseeland wissen möchte! Die Website informiert sowohl über touristische Highlights mit tollen Bildern als auch über die Beantragung eines Working Holiday-Visa und vieles mehr.

CamperMate heißt eine kostenlose App, die einem unterwegs jederzeit zeigt, wo sich der nächste Campingplatz oder die nächste Tankstelle befindet – und wo man die Chemietoilette problemlos entleeren kann. Die App gibt’s sowohl bei GooglePlay als auch in Apples AppStore.

WikiCamps New Zealand listet als App noch mehr kostenlose Stellplätze, was etwa Luise Beer sehr geschätzt hat. Die App kostet zwar 2,29 Euro, ist aber mit ihren nützlichen Informationen jeden Cent wert.

Budget: Neuseeland ist ein Natur-, aber kein Sparparadies. Wer als Work & Traveller unterwegs ist, sollte im Monat mit Kosten von rund 800 – 1.200 Euro rechnen. Da ist dann aber auch das ein oder andere „Highlight“ mit drin. Tom Riemer beispielsweise gönnte sich einen Tandemfallschirmsprung, der mächtig ins Budget ging. Mit den Jobs vor Ort fängt man einen Teil der Kosten auf. Zu diesen monatlichen Ausgaben kommen noch die Anreise (Flüge kosten so um und 1.000 Euro) und die obligatorische Krankenversicherung hinzu, die man in Deutschland abschließt.

Autokauf: Wer Neuseeland entdecken will, braucht eigentlich ein Auto. In Facebook-Gruppen und auch auf Gebrauchtmärkten vor Ort werden typische Camper-Autos (mit Bett, kleinem Kocher, Klapptisch und Klappstuhl) angeboten. Gebraucht kosten die häufig um die 3.000 Euro. Anmeldung und Abschluss der Kfz-Versicherung vor Ort sind unkompliziert. Je nach Saisonzeit kann man die Fahrzeuge am Ende mit nur geringem Verlust weiterverkaufen.

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