• Bienen

    Lang lebe die Königin!

    Ein Besuch bei den Bienenvölkern der SV in Wiesbaden

Sechs Königinnen samt Hofstaat auf dem Dach

Sechs Bienenvölker leben auf dem Dach der Wiesbadener SV SparkassenVersicherung. Silke Spatz und Stefanie Rösch schauten für das Onlinemagazin der SV dem Imker Günther Kusterer über die Schulter und erfuhren so manch Interessantes über Königinnen, die Royal Babies und die Lust der Bienen am Stadtleben.

Nicht jedes Royal Baby, das auf dem Dach der SV das Licht der Welt erblickt, bekommt eine eigene Geburtstagsparty. "Eigentlich schade, wir sollten jedes Bienchen feiern, das wir sehen", erklärt uns Günther Kusterer. Denn für die fleißigen Nektarsammler ist das Leben nicht unbedingt leichter geworden. Der Rückgang der Wildpflanzen, die Monokulturen auf den Feldern, der Einsatz von Insektiziden in der Landwirtschaft und auch Milben setzen ihnen zu. Den Bienen schmeckt das Landleben daher schon lange nicht mehr so gut wie früher. Bessere Bedingungen finden Bienen aber in den Städten. Hier gibt es für sie ein vielfältiges Nahrungsangebot: Viele Blüten, viele Parks und Bäume warten auf die Feinschmecker. So auch mitten in Wiesbaden. Direkt neben dem Hauptbahnhof hält die SV seit 2014 sechs Bienenvölker auf dem Dach. Bio-Imker Günther Kusterer pflegt und betreut die SV-Bienen.
Bio Honig frisch vom Dach

Honig schlecken, direkt aus der Wabe. Frischer kann man den Bio-Honig der SV nicht bekommen.

Die Fleißigen

120.000 Bienen sind für den SV-Honig unterwegs. In diesem Jahr ist die Ernte, wie es in Fachkreisen heißt, durch die lange Schönwetterperiode besonders gut. Pro Stock sind das rund 60 Kilogramm, also insgesamt rund 360 Kilogramm Honig, die der Jahrgang 2018 hergibt. In einem Normaljahr sind es 270 Kilogramm. Die Qualität des Honigs sei sehr gut, meint Kusterer, das liege auch an den super Bedingungen auf dem Dach: Keine Störenfriede und ein echter Festschmaus gleich um die Ecke. Starten die Bienen in die eine Richtung, warten köstliche Lindenblüten auf sie. In der entgegengesetzten Richtung finden sie nach wenigen Flugmetern eine prachtvolle Allee, gesäumt von uralten Rosskastanien.

Honig

Unser eigener Bio-Honig ist ein beliebtes Give-Away für Kunden oder Geschäftspartner. Auch die SV-Mitarbeiter können den Honig erwerben.

Die Anspruchsvollen

Pflegeleicht seien Bienen ganz und gar nicht, erklärt uns Kusterer. Sie brauchen viel Aufmerksamkeit und Pflege. Denn, überlässt man ein Bienenvolk sich selbst, geht es innerhalb von ein bis zwei Jahren auf jeden Fall ein. Während der Saison von Februar bis September schaut der Imker daher wöchentlich bei den Bienen vorbei. Er prüft, ob sie genug Platz zum Brüten, genug Futter und ausreichend Wasser haben. Sehr anfällig seien die Bienen für einen Befall mit der Varroamilbe. Hier muss Kusterer manchmal auch medizinisch - ausschließlich auf natürlicher Basis - eingreifen, damit das Volk gesund bleibt.

Bienen mögen es übrigens warm. Von daher kommen sie mit dem heißen Sommer in diesem Jahr sehr gut klar, erzählt uns Kusterer weiter. 35 Grad Celsius herrschen im Bienenstock. Nur so kann sich der Nachwuchs gut entwickeln. Diese Temperatur muss permanent gehalten werden. Eine große Aufgabe für das Volk. Damit das auch an heißen Tagen gelingt, hängen Trauben von Bienen vor dem Einschlupf und bilden einen lebenden Ventilator, um mit ihren Flügeln kältere Luft ins Innere des Stocks zu wedeln.

Bienenstöcke auf dem Dach

Auf dem Dach haben die Bienen einen ruhigen Standplatz, mitten im Trubel rund um den Hauptbahnhof. In direkter Nachbarschaft finden sie Linden, Kastanien und einen Park mit unzähligen Blumen.

Altersgerechte Arbeitsteilung

Ein Bienenstaat ist sehr gut organisiert. In der royalen Hierarchie rangiert die Königin an erster Stelle. Um sie dreht sich alles. Sie legt die Eier und schenkt jedem Mitglied ihres Staates das Leben. Jede einzelne Biene hat ihre Rolle im Königinnenstaat: Die meisten Bienen in einem Volk sind weibliche Arbeitsbienen. Sie schlüpfen nach 21 Tagen und beginnen sofort mit ihrer Arbeit. Welche Tätigkeit eine Arbeiterin gerade erfüllt, hängt von ihrem Alter ab. Nach dem Schlüpfen säubert sie als erstes die Wabenzellen. Ab einem Alter von etwa sechs Tagen ist sie für die Fütterung der Larven und der Königin zuständig und nach ein paar weiteren Tagen hilft sie beim Bau der Bienenwaben. Danach wird die Biene als Wächterin für die Verteidigung des Bienenstocks eingesetzt und schließlich verbringt sie ihr restliches Leben als Sammlerin von Nektar, Pollen und Wasser und als Honigproduzentin. Die männlichen Bienen, sprich die Drohnen, haben nur eine einzige Aufgabe: Die Königinnen zu befruchten. Ist dieser Job erledigt, werden sie von den Arbeiterinnen des Hofes verwiesen.

Wabe

Bienen brauchen Pflege. Einmal pro Woche schaut der Imker nach dem Rechten und greift ein, falls es ihnen an etwas mangelt.

Lang lebe die Königin!

Auf die Frage, wie denn ein Volk sein Oberhaupt wählt, erklärt uns Kusterer, es züchtet sich seine eigene Königin einfach selbst. Ist die Stelle unbesetzt, wählen die Bienen eine Larve aus, die besonders gut ernährt und gepflegt wird. Es kann sein, dass zwei bis drei Exemplare parallel gezüchtet werden - sicher ist sicher. Wer schließlich Königin wird, entscheidet der Zeitpunkt des Schlüpfens. Wer zuerst die Augen aufschlägt, hat gewonnen. Mit den anderen Kandidatinnen wird dann kurzer Prozess gemacht. Harter Alltag bei Hof! Bis zu fünf Jahre alt kann eine Königin übrigens werden. Stirbt sie, wird wieder eine Nachfolgerin produziert, der Staat lebt weiter gemäß dem Motto: Die Königin ist tot, es lebe die Königin! 

Was die Bienen alles können!

  • Die Biene sammelt Nektar von der Blüte, dieser Nektar wird über den Honigmagen der Biene mit Enzymen versetzt und der Wassergehalt durch Mund-zu-Mund-Weitergabe von 99 auf circa 17 Prozent reduziert.
  • Ab Februar fangen Bienen an zu brüten. Das Maximum der Bienenanzahl im Stock ist Mitte Juni mit rund 20.000 Bewohnern erreicht, danach reduziert die Königin die Eiablage und im Spätherbst/Winter sind nur noch 8.000 Bienen im Volk.
  • Wenn Bienen ganz früh im Jahr ausfliegen, ist es ein Zeichen, dass irgendwo Blatthonig gesammelt werden kann. Das sind Zuckerausscheidungen von Blattläusen. Gerade während der Lindenblüte ist dies der Fall. Wir Menschen kennen die klebrigen Überzüge als lästigen Belag auf unseren Autos und finden das gar nicht lecker.
  • Gelée royale ist der Futtersaft, mit dem die Honigbienen ihre Königinnen aufziehen. So erhalten die royalen Zöglinge einen enormen Wachstums- und Entwicklungsschub und werden wesentlich größer als ihre bürgerlichen Gefährten.
  • Der Bestand aller Insekten ist seit den 1990er-Jahren drastisch zurückgegangen. Aktuell gibt es 76 Prozent weniger Fluginsekten.
  • 80 Prozent der wild wachsenden Pflanzen sind auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen. Bienen leisten dabei mit Abstand den größten Beitrag.

Die Bienen sind Botschafter für das Nachhaltigkeitsengagement der SV

Herr Korbach und Herr Kusterer auf dem Dach

Dr. Stefan Korbach (links) ist Vorstandsmitglied der SV und verantwortlich für das Nachhaltigkeitsmanagement des Unternehmens. Die Bienen auf dem Dach direkt über seinem Büro liegen Korbach besonders am Herzen und er freut sich, dass sie sich bei der SV so wohl fühlen: "Unsere Wiesbadener Stadtbienen sind hervorragende Botschafter des Nachhaltigkeitsengagements der SV. Sie beeinflussen sehr positiv die Umwelt, produzieren dabei mit ihrem Honig ein wundervolles Produkt und bringen damit Ökologie und Ökonomie zusammen."

Günther Kusterer betreibt die Bio-Imkerei Honigsüß. Er pflegt und betreut die SV-Bienen, die eigentlich ihm gehören, und verwendet für die Bienenstöcke ausschließlich natürliche Materialien wie Holz, Stroh oder Lehm. Bei der Reinigung wird auf Chemie verzichtet. In der Winterpause bleibt eine ausreichende Menge Honig im Bienenvolk, wenn zugefüttert werden muss, gibt es Biozucker. Das Ergebnis sind gesunde Bienen und naturbelassene Honige. Mehr dazu finden Sie auf der Website der Bio-Imkerei Honigsüß.

Silke Spatz Stefanie Rösch

Autorinnen:
Silke Spatz und Stefanie Rösch arbeiten als Pressereferentinnen in der Unternehmenskommunikation der SV.

Kontakt in die Redaktion:
onlinemagazin@sparkassenversicherung.de

19.09.2018

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