• Zwei Motorräder fahren eine Straße am Wald entlang

    Starten Sie fit in die Motorrad Saison

So geht der Sicherheitscheck für Motorrad, Biker und Ausrüstung

Bald geht die Motorrad-Saison wieder los. Schon bei den ersten Sonnenstrahlen im Jahr kribbelt es den Bikern gewaltig in den Fingern. Nach und nach werden die Maschinen wieder aus dem Winterschlaf geholt. Die richtige Vorbereitung ist für Motorradfahrer nun ein absolutes Muss. Es geht in der Vorbereitung um eine Vielfalt an Themen, um Technik, Sicherheit, Fitness und um aktuelle Entwicklungen rund ums Motorrad fahren. Wir haben hier das Wichtigste rund ums Motorrad fahren zusammengestellt.

Motorrad fahren ist für viele Biker ein sehr leidenschaftliches Hobby. So schön und befreiend das Motorradfahren auch ist, so gefährlich ist es leider auch. Denn die Tatsache, dass ein Motorrad nur auf zwei und nicht auf vier Rädern unterwegs ist, bietet viel Gefahrenpotenzial. Gefahrenherde sind sicher das eigene fahrerische Können und andere Verkehrsteilnehmer, die Motorräder leider leicht übersehen, viel zu nahe auffahren oder zu dicht überholen. Weitere Aspekte sind das Motorrad selbst, der Stand der eigenen Ausrüstung und die eigene Fitness. 
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Motorrad fährt durch das Tal

Technikcheck: So prüfen Sie Ihre Maschine

Ein Muss nach jeder längeren Pause ist der Technikcheck an der Maschine. Das gehört dazu:

  • Flüssigkeiten prüfen wie Motoröl, Bremsflüssigkeit und Kühlmittel
  • Kette reinigen, justieren und fetten, zugleich ihren Verschleiß prüfen
  • Batterie checken und aufladen
  • Bremsbeläge, Bremswirkung und Druckpunkt der Bremse kontrollieren
  • Reifen auf undichte Stellen untersuchen, Reifendruck und Profiltiefe kontrollieren. Diese sollte mindestens 1,6 Millimeter 
  • Elektrische Anlagen kontrollieren wie Abblend-, Fern-, Stand-, Brems- und Rücklicht, Blinker sowie Kill-, Kupplungs- und Seitenständerschalter und die Hupe.

Sicherheitscheck: So starten Sie sicher in die Saison

  • Eigenes Fahrkönnen verbessern

Starten Sie langsam in die neue Saison. Denn durch die längere Winterpause fehlt eventuell wieder die Routine im Umgang mit der Maschine, mit Kurven und mit Wetterverhältnissen, denn nur hartgesottene Zweiradfahrer fahren den ganzen Winter durch. Gewöhnen Sie sich mit ersten Fahr- und Bremsübungen bei kürzeren Ausfahrten wieder an Ihre Maschine, lernen Sie sich selbst einzuschätzen und sich für Gefahren zu sensibilisieren. Bewusst langsam fahren, stärkt das Gleichgewicht und Balancegefühl auch für Schräglagen. Ein jährliches Sicherheitstraining bereitet optimal auf die Saison vor, hier können Fahrtechnik und Reaktionsvermögen trainiert werden. Kurvenfahren und Fahren bei Nässe sind besondere Herausforderungen für Biker, hier gibt es ebenfalls spezielle Trainings.
  • Auf Schutzkleidung Wert legen

Die Sicherheit und der Schutz des Bikers stehen beim Outfit an oberster Stelle. Checken Sie daher vor der Saison Helm, Kombi, Handschuhe und Schuhe auf ihre Qualität und auf mögliche Beschädigungen.
Besonders dem Helm sollten Sie sich widmen und ihn eventuell nach ein paar Saisons austauschen, da das Material ermüdet und dann nicht mehr die optimale Sicherheit bietet. Waschen Sie vor dem Saisonstart das Innenpolster, reinigen Sie das Visier und halten Sie die Visiermechanik geschmeidig.
Es muss sicher nicht unbedingt die schwere Lederkombi sein, es gibt hier viel leichtere Textilkombis. Prüfen Sie Ihre Textilkombi, ob die Protektoren noch intakt sind, sie noch wasserdicht ist und imprägnieren Sie sie neu. Lederkombis brauchen eine spezielle Pflege. Für kältere Frühjahrstage und ab dem Herbst ist eine zusätzliche wärmende Schicht notwendig. Auf Regen muss jeder Biker eingestellt sein, achten Sie darauf, dass die Kombi regendicht ist und denken Sie bei Ausflügen und längeren Fahrten auch daran, eine extra Regenkombi dabei zu haben. Verzichten Sie auch an heißen Tagen nicht auf die erforderliche Schutzkleidung. Jeanshosen, ausgenommen so genannte Biker-Jeans, und T-Shirts sind eine schlechte Wahl, sie bieten keinen Schutz bei Stürzen.
Auf schützende Handschuhe sollte zu keinem Zeitpunkt verzichtet werden. Auch hier gibt es Varianten für warme und kalte Tage. Achten Sie darauf, dass die Stiefel bequem sind, schließlich müssen Sie auch damit schalten und laufen können. Die Stiefel können Sie gut mit Spülwasser und einem weichen Schwamm reinigen, pflegen Sie sie mit entsprechendem Fett und Imprägniermittel.
Motorradhelm
Checken Sie vor der Saison Helm, Kombi, Handschuhe und Schuhe auf ihre Qualität und auf mögliche Beschädigungen.
  • Erste Hilfe in Erinnerung rufen

Machen Sie sich nochmals klar, wie Erste Hilfe geht, was zu tun ist, wenn Sie mit Ihrem Motorrad liegen bleiben, einen Unfall haben oder sich sogar verletzen. Checken Sie Ihr Erste-Hilfe-Set und auch Ihr Werkzeugset, das Sie bei Ausfahrten dabeihaben sollten, um kleinere Reparaturen selbst zu machen.

  • NAVI-Systeme einsetzen

Gut vorbereitet sein, ist bei Ausfahrten das A & O. Ein aktuelles NAVI-System hilft bei der Streckenplanung und bringt Sie stressfrei und sicher durch den Verkehr. Auch gibt es gute Kommunikationssysteme, die dem Biker stressfreies Kontakthalten mit weiteren Motorradfreunden und auch das Telefonieren im Notfall möglich macht. Checken Sie vorab auch die Wetterlage, hier gibt es viele Wetter-Apps wie etwa die Wetterapp der SV

  • Versicherung wählen

Ein ausreichender Versicherungsschutz für Motorradfahrer sollte selbstverständlich sein, die Haftpflichtversicherung ist ein Muss, sie kann durch eine Teilkasko- oder Vollkaskoversicherung ergänzt werden. Unfallversicherungen sowie Schutzbrief oder eine Rechtschutzversicherung können Sicherheit bieten. Die SV bietet eine entsprechende Motorradversicherung.

Aktuelles rund ums Motorrad fahren

Diskussion um Lärm, Fahrverbote und Streckensperrungen

2020 wurden die Themen Lärmbelästigung, Fahrverbote und Streckensperrungen für Biker von Politik, Verbänden und Motorradherstellern intensiv diskutiert. Dem Deutschen Bundestag liegt seit Mai 2020 ein Beschlussantrag vor, wonach Neufahrzeuge künftig einen Grenzwert von 80 db(A) nicht überschreiten dürfen, an Sonn- und Feiertagen Fahrverbote eingeführt werden sollen. In Tirol wurden 2020 übrigens bereits Verbote umgesetzt und viele beliebte Ausflugsstrecken für Zweiräder, deren Standgeräusch über 95 dB(A) liegen, gesperrt. Diese Diskussion wird sich mit dem Start der Motorradsaison 2021 sicher fortsetzen. Bleiben Sie hier also am Ball und informieren Sie sich.

Gesundheitstipps: So steigen Sie fit aufs Motorrad

  • Halten Sie sich fit
Motorrad fahren ist anstrengend, denn das Hobby braucht Ihre volle Aufmerksamkeit. Halten Sie sich also fit, am besten schon das ganze Jahr über. Machen Sie regelmäßig Fitness oder gehen Sie regelmäßig Laufen. Steigen Sie möglichst ausgeruht auf die Maschine. Nach einer schönen Tour mindern Dehn- und Augenübungen Überanstrengungen durchs Fahren.
  • Genug trinken, aber keinen Alkohol
Achten Sie darauf, genug Wasser zu trinken. So bleiben Geist und Blick wach. Über den Tag und während einer Tour ist Alkohol aber ein Tabu, auch wenn der Biergarten und der tolle Ausblick noch so dazu einladen. Wasser und/oder alkoholfreies Bier sind hier das Gebot der Stunde. Beim berühmten "Stiefelbier" nach einer gelungenen Tour darf es dann schon auch mal ein Bier sein, vorausgesetzt, das Motorrad ist nicht nur zwischengeparkt, sondern steht bereits auf seiner Endposition.
  • Auf Sonnenschutz achten
Motorradfahrer mögen schönes Wetter, denn so macht das Motorrad fahren besonders viel Freude. Schauen Sie, dass Ihre Augen gut mit einer Sonnenbrille oder einer integrierten Sonnenblende im Visier geschützt sind.
  •  Stress vermeiden
Da Sie an schönen Tagen und Wochenenden sicher nicht allein unterwegs sind, seien Sie schon beim Tourenstart auf die anderen Verkehrsteilnehmer vorbereitet. Sie teilen sich die Straßen mit vielen verschiedenen Zeitgenossen, auch Fußgänger und Radler kreuzen gelegentlich Ihren Weg. Fahren Sie vorausschauend, umsichtig und rücksichtsvoll. Regen Sie sich nicht unnötig über den Verkehr auf, sondern nehmen Sie ihn hin wie er dann ist. Schonen Sie Ihre Nerven.
  • Auf Niesattacken vorbereitet sein 
Heuschnupfen und Allergien machen ab dem Frühjahr auch Bikern zu schaffen. Fahren Sie vorausschauend, umsichtig und rücksichtsvoll, wenn Sie Allergiker sind. Bei einer Niesattacke kommt es bei einer Fahrgeschwindigkeit von 50 km/h zu einem Blindflug von 14 Metern. Das sollten Biker im Blick haben, wenn sie auf die Maschine steigen. Vorsicht auch bei einigen Medikamenten gegen Heuschnupfen: Diese schränken - genauso wie andere Präparate - die Fahrtauglichkeit ein, sie können Konzentration und Reaktionsfähigkeit verändern. Linderung versprechen spezielle Sturmhauben und Halstücher, in die ein Pollenfilter eingearbeitet ist. Der Filter schützt vor dem Einatmen der Pollen.

Motorrad Führerscheinklassen auf einen Blick

Wenn Sie selbst mit einem motorisierten Zweirad unterwegs sein möchten, stehen Ihnen grundsätzlich 4 Führerscheinklassen zur Verfügung:
1.        Die Klasse AM ist der kleinste Führerschein. Er kann bereits mit 16 Jahren gemacht werden. Besitzer dürfen damit Krafträder mit zwei oder drei Rädern sowie vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge fahren, die eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 45 km/h und einem Hubraum von maximal 50 ccm oder einer Leistung von 4 kW besitzen. Darunter fallen Mopeds, Mokicks und Roller.
2.        Die nächsthöhere Führerscheinklasse heißt A1. Er gilt für Krafträder und Leichtkraftfahrtzeuge mit einem Hubraum bis 125 ccm, einer Motorleistung von 11kW und einem Leistungsgewicht von 0,1 kW/kg. Für dreirädrige Kraftfahrzeuge liegt die Leistungsbeschränkung bei 15 kW. Die Altersgrenze für diese Führerscheinklasse liegt ebenfalls bei 16 Jahren.
3.        Der Führerschein der Klasse A2 ist erst ab 18 Jahren erhältlich, befähigt die Besitzer zum Fahren von kleinen Krafträdern mit einer Motorleistung bis zu 35 kW und einem Leistungsgewicht von 0,2 kW/kg. Er ermöglicht bereits ein deutlich höheres Tempo als die Varianten der vorherigen Klassen.
4.        Die Königsdisziplin ist der Motorradführerschein der Klasse A. Mit der Führerscheinklasse A darf man alle Krafträder fahren, die mehr als 45 km/h Höchstgeschwindigkeit fahren können und eine Motorleistung über 35 kW aufweisen. Allerdings darf man diesen Führerschein erst ab dem 21. Lebensjahr machen, wenn man damit Dreiräder fahren möchte und ab dem 24. Lebensjahr, wenn man damit auch große Krafträder steuern will. In diesem Bereich sind alle Krafträder integriert, wodurch es keine Einschränkungen innerhalb der Leistung mehr gibt.

Motorrad fahren mit Autoführerschein

Automatisch inkludiert in den PKW-Führerschein (Klasse B) ist die kleinste Motorradklasse AM.
Seit 2020 können Autofahrer nach Absolvieren einiger Fahrstunden ihren PKW-Führerschein auf 125er-Leichtkrafträder durch Eintragung der Schlüsselzahl 196 erweitern zu B196. Das sind die Voraussetzungen: mindestens 25 Jahre alt, seit fünf Jahren die Fahrerlaubnis der Klasse B besitzen, neun Unterrichtseinheiten zu je 90 Minuten leisten und die Eintragung innerhalb eines Jahres, nachdem Sie die Bescheinigung über die Fahrstunden erhalten haben, bei der Führerscheinstelle vornehmen. Aber Achtung: Die Fahrerlaubniserweiterung B196 ist nur innerhalb Deutschlands gültig.

Wir wünschen eine gute und sichere Fahrt!

 
Quellen: ADAC / motorradonline.de / louis.de / flvbw.de
 

24.02.2021

magazin-autor-stefanie-roesch

Autorin Stefanie Rösch

Die Autorin Stefanie Rösch arbeitet als Pressereferentin in der Unternehmenskommunikation der SV.

Kontakt in die Redaktion:
onlinemagazin@sparkassenversicherung.de

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