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Studieren im Ausland: Frühe Planung ist die Basis für ein erfolgreiches Auslandssemester

Für viele Studierende in Deutschland ist das Auslandssemester eine unvergessliche Erfahrung und Highlight zugleich. Doch wer glaubt, ein Auslandssemester beginnt erst, sobald man in den Flieger steigt, liegt falsch. Um den Traum vom Auslandsstudium wahr werden zu lassen, muss man sich vorher um viele, teilweise unbeachtete Dinge kümmern. Wir beleuchten für euch das Abenteuer Auslandssemester!

Wann und wohin gehe ich?
Das hängt ganz von euch ab. Meistens gehen Studierende in einem Semester der zweiten Studienhälfte ins Ausland. Wägt ab, ob ihr ein Semester oder gar zwei im Ausland einlegen wollt. In der Regel solltet ihr euch an bestehenden Partnerschaften, die die eigene Uni unterhält, orientieren und Informationen über das Zielland einholen. Hier sind das Auswärtige Amt sowie der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) gute Adressen. Oftmals lassen sich uni-intern auch Erfahrungsberichte zu den jeweiligen (Partner-)Unis finden. Theoretisch könnt ihr auch als "Freelancer" ins Ausland gehen: Hier müsst ihr jedoch den organisatorischen und finanziellen Mehraufwand beachten, der auch durch die oftmals zu leistenden Studiengebühren verursacht wird. Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes  ist Europa nach wie vor der Renner: Über 80 Prozent bleiben auf dem Kontinent! Innerhalb des ERASMUS-Programms sind Spanien, Frankreich, Großbritannien und Schweden die beliebtesten Länder. Neun Prozent verschlägt es auf den amerikanischen Kontinent und rund sieben Prozent gehen nach Asien.
Was muss ich bei der Bewerbung beachten?
Wichtig ist, sich früh über die Bewerbungsfristen zu informieren. Diese können je nach Fakultät, Studiengang oder Land unterschiedlich sein. Entsprechend früh solltet ihr euch generell um die erforderlichen Unterlagen wie Lebenslauf, Sprachnachweise oder Transcript of Records kümmern. Gerade Sprachnachweise wie der sogenannte TOEFL-Test sind oft über Monate im Voraus ausgebucht. Für Leute, die ein Motivationsschreiben verfassen müssen: Vergesst nicht, dass ihr als Botschafter eurer Universität und eures Landes ins Ausland geschickt werdet. Ihr solltet dort zwingend auf akademische Gründe für euer Auslandssemester eingehen.
Wie kann ich mein Auslandssemester finanzieren?
Viele Organisationen bieten Stipendien an. Interessant ist zum Beispiel das Programm PROMOS, welches der DAAD in Kooperation mit eurer Heimuni anbietet. Hier werden Auslandsaufenthalte bis zu einem halben Jahr mit mindestens 300 Euro pro Monat subventioniert. Wer in die USA geht, kann sich auch bei der deutsch-amerikanischen "Fulbright"-Kommission für ein Stipendium bewerben. Wer ein ERASMUS-Semester absolviert, bekommt automatisch einen monatlichen Zuschuss, der sich nach den Lebenshaltungskosten im jeweiligen Zielland orientiert. Auch das Beziehen von Auslands-BAföG ist möglich. Bei der Bundesregierung könnt ihr ferner einen Bildungskredit beantragen. Wer im Ausland Zeit hat, kann sich mit einem Nebenjob etwas dazuverdienen - Voraussetzung dafür ist eine gültige Arbeitserlaubnis.
Ich habe einen Platz im Ausland erhalten. Was kommt nun alles auf mich zu?
Eine Menge. Erstellt euch daher am besten eine Liste, um was ihr euch alles kümmern müsst. Der Aufwand bzw. die Anzahl der zu erledigenden Dinge kann je nach Zielland oder Studienprogramm variieren. Wir haben mal eine mögliche Checkliste erstellt. Wer während seines Studiums Zeit im Ausland verbringen möchte, der sollte sorgsam und frühzeitig planen. Lasst euch jedoch von dem umfassenden Spektrum an zu erledigenden Dingen nicht erschlagen. Behaltet einen kühlen Kopf, ihr habt genug Zeit, euch um alles zu kümmern. Wichtig ist auch, sich immer vor Augen zu halten, was euch dann im Ausland erwartet. Ihr erhaltet eine neue Perspektive auf Forschung und Universitätsleben, verbessert Fremdsprachenkenntnisse und lernt neue Menschen und Kulturen kennen. Zudem macht sich ein Auslandssemester auch im Lebenslauf gut - Arbeitgeber schätzen Attribute wie Offenheit oder Selbstständigkeit, die sich während eines Semesters im Ausland garantiert weiterentwickeln. Die Liste an Vorteilen, die eine Zeit im Ausland bringt, ließe sich beliebig fortführen!

14.03.2017

Philipp Durillo Quiros studiert im vierten Semester an der Universität Mannheim und absolvierte ein achtwöchiges Praktikum in der Unternehmenskommunikation bei der SV SparkassenVersicherung. Ab Juli 2017 verbringt er ein Auslandssemester in Kolumbien. Dementsprechend durchläuft er gerade selbst die Mischung aus Stress und Vorfreude, die einen während der Planung begleitet. Der Text basiert sowohl auf intensiven Recherchen, Befragungen befreundeter Studenten, die bereits im Ausland waren, als auch eigenen Erfahrungen, was Bewerbungs- und Organisationsprozesse betrifft.

Kontakt in die Redaktion:
onlinemagazin@sparkassenversicherung.de

Checkliste: Was ist vor meinem Auslandssemester zu tun?

  • Für Studierende außerhalb des EU-Auslands: Reisepass beantragen
  • Impfschutz erneuern lassen
  • für exotischere Länder: für spezielle Impfungen Tropeninstitut aufsuchen
  • nach Semesterzeiten im Ausland erkundigen (teilw. erhebliche Abweichung von dt. Semesterzeiten)
  • im Falle früheren Semesterbeginns im Ausland: Verschieben von Hausarbeiten vermeiden
  • nach Finanzierungsmöglichkeiten und Versicherungen erkundigen, bestehenden Versicherungsschutz prüfen
  • Kreditkarte beantragen
  • bestehende Verträge kündigen (wie Nebenjob, Handy- oder Mietvertrag)
  • Nach- oder Untermieter für die Unterkunft suchen
  • für Nicht-EU-Ausland: Visum beantragen (dafür braucht ihr oftmals den Bescheid der aufnehmenden Uni und natürlich einen Reisepass)
  • fürs Ausland über Termine, Fristen, Unterkunft, Kursprogramm informieren
  • Learning Agreement mit der Heimuni abschließen
  • Flüge buchen (im Zweifel früher anreisen!)

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