Mann am Strand
Mann am Strand
Mann am Strand

Unerlässlich: Gut versichert ins Auslandssemester

Ein oder mehrere Semester im Ausland einzulegen, liegt bei immer mehr Studierenden hoch im Kurs. Nach aktuellen Zahlen gehen 37 Prozent der Studierenden ins Ausland - Tendenz steigend. Doch was passiert, wenn ich erkranke? Was, wenn ich meinen Mietwagen zu Schrott fahre? Was, wenn ich bestohlen werde? Für den Fall der Fälle sollte auch der Versicherungsschutz stimmen, um sich nicht unnötig ins finanzielle Risiko zu begeben. Wir erklären, wie der optimale Versicherungsschutz im Ausland aussehen könnte. 

Krank im Ausland?
Für ein Auslandssemester reicht der Schutz der deutschen Krankenversicherung oft nicht aus. Dauer und Umfang des Versicherungsschutzes sind meist nur auf einen Urlaub ausgerichtet. Sehr wichtig ist also, dass ihr eine Auslandsreise-Krankenversicherung abschließt, die euch während der gesamten Zeit im Ausland umfassend schützt. Dabei kommt es darauf an, ob ihr in Deutschland gesetzlich oder privat krankenversichert seid.

Die gesetzliche Krankenversicherung bietet ausreichenden Versicherungsschutz nur in den Ländern des europäischen Wirtschaftsraums (also in der EU plus Norwegen, Island und Liechtenstein) sowie in Ländern, mit denen ein Sozialversicherungsabkommen besteht (wie Schweiz, Marokko, Tunesien, Türkei), und dann auch nur für die im Urlaubsland übliche Leistung. Das heißt: Es genügt zwar, wenn ihr bei einem Arztbesuch einfach eure Versichertenkarte vorzeigt, allerdings deckt eure Versicherung Behandlungskosten auch innerhalb der EU meist nicht zu 100 Prozent ab. Deshalb legen wir auch ERASMUS-Studenten eine zusätzliche Auslandsreise-Krankenversicherung ans Herz. Verbringt ihr euer Semester außerhalb der oben genannten Länder, werden ärztliche Behandlungen nicht bezahlt. Ohne Zusatzversicherung müsstet ihr alles privat finanzieren. In einigen Ländern bestehen Ärzte vor einer Untersuchung sogar auf einen Versicherungsnachweis und verlangen andernfalls eine Vorauszahlung in bar. Einen medizinisch sinnvollen und vertretbaren Kranken-Rücktransport aus dem Ausland bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen selbst innerhalb Europas nicht. Dabei kann ein Rückflug im Ambulanzflugzeug, z. B. aus Spanien durchaus 8.000 Euro kosten, von Australien sogar über 100.000 Euro.

Wenn ihr privat krankenvollversichert seid, genießt ihr den gleichen Schutz auch in außereuropäischen Staaten, in einigen Tarifen allerdings zeitlich begrenzt. Wer länger ins Ausland reist, sollte dann seinen Schutz um eine Auslandsreise-Krankenversicherung erweitern. Damit bewahrt ihr auch den Anspruch auf Beitragsrückerstattung. Es kann auch kostengünstiger sein, den Geltungsbereich seiner privaten Krankenversicherung für einen vorübergehenden Beitragszuschlag auf das außereuropäische Ausland zu erweitern.
Wichtig: Lasst euch dazu vorab beraten! Es kann immer passieren, dass ihr krank werdet oder euch verletzt. Daher ist diese Versicherung ein absolutes Muss! Erst recht in folgenden Ländern, in denen die ärztliche Versorgung besonders teuer ist wie in den USA, der Schweiz, Großbritannien, Singapur, China und Hongkong. Für diese Länder kann der Versicherungsbeitrag auch höher sein. Die Sparkassenorganisation bietet übrigens ab April 2017 das Produkt: „GesundheitGLOBAL Kompakt“ für eine Reisedauer zwischen zwei Monaten und zwei Jahren an. Für einen sechsmonatigen Aufenthalt in einem der eben genannten Länder gibt es den Tarif „AKE-16“.

Mit dem eigenen Auto ins Ausland
Jede Autoversicherung deckt in der Regel Schäden im europäischen Ausland mit ab. Innerhalb Deutschlands sind die Deckungssummen im Schadenfall vergleichsweise hoch. Baut ihr im Ausland einen unverschuldeten Unfall, kann es passieren, dass die verursachte Schadenssumme nicht vollständig abgedeckt ist und euch die Versicherung des Unfallgegners euren Schaden nicht komplett ausbezahlt. Ihr würdet dann auf den übrigen Kosten sitzen bleiben und könntet nichts dagegen tun. Hier kommt der Auslandsschadenschutz ins Spiel. Seit Kurzem bietet die SV mit der situativen Auslandschadenschutz-Versicherung ein innovatives Produkt an. Hier könnt ihr bequem online angeben, für welchen Zeitraum ihr im EU-Ausland gegen den eben beschrieben Sachverhalt versichert sein wollt. Mit minimalem Aufwand erhaltet ihr so maximalen Schutz! Außerdem solltet ihr bei eurer Versicherung den europäischen Unfallbericht und die sogenannte "grüne Karte" anfordern. Diese vereinfachen euch die Dokumentierung und Schadenregulierung im Falle eines Unfalls.

Mit einem gemieteten Auto unterwegs
Gerade für Kurztrips in weite Naturlandschaften mietet man sich gerne mal ein Auto. Aber was passiert, wenn ihr einen Unfall baut? Bevor ihr den Automietvertrag unterschreibt, solltet ihr einen genauen Blick in die Vertrags- und Versicherungsbedingungen des Autovermieters werfen. Mietet ihr euch ein Auto und baut damit einen Unfall, greift die Versicherung, die der Autovermieter abgeschlossen hat. Auch hier kann die Deckungssumme zum Stolperstein werden. Deckt die Versicherung des Autovermieters nicht alles ab, werdet ihr zur Kasse gebeten. Hier kommt die sogenannte "Mallorca-Police" ins Spiel. Sie sorgt dafür, dass der Schaden bis zu den in deinem privaten Kfz-Vertrag vereinbarten Deckungssummen bezahlt wird und auf euch keine Kosten zukommen. Sie gilt allerdings nur innerhalb der EU. Außerhalb der EU solltet ihr am besten einen lokalen Versicherer noch mit ins Boot holen. Von Deutschland aus könnt ihr keine weltweiten Versicherungen abschließen. Diese Regelung gilt so nur dann, wenn das Fahrzeug im Ausland gemietet wird und dann auch nur für die Haftpflicht. In der Kaskoversicherung gilt dann immer die vertraglich vereinbarte Selbstbeteiligung. Für im Inland gemietete Fahrzeuge gilt Fall 1 analog. Die Mallorca-Police gibt es auch nur bei ausgewählten Fahrzeugarten.

Schuld ja, Pleite nein
Ihr habt mit dem Fahrrad einen Fußgänger angefahren? Befördert aus Versehen den Laptop eures Nachbarn vom Tisch und der zerspringt in seine Einzelteile? Solche Missgeschicke ziehen finanzielle Forderungen von anderen gegenüber euch nach sich wie Schmerzensgeld, Behandlungs-, Reparatur- oder Ersatzkosten. Einen kaputten Laptop kann der eine oder andere zur Not vielleicht noch aus eigener Tasche bezahlen. Bei anderen Gegenständen und erst recht bei Personenschäden geht es aber schnell um sehr hohe Kosten, die euch unter Umständen auf sehr lange Zeit wirtschaftlich ruinieren können. Darum ist die private Haftpflichtversicherung so wichtig, denn sie springt in solchen Fällen ein. Oft gilt die private Haftpflichtversicherung weltweit, und das sogar für die Dauer eines Auslandssemesters. Unter Umständen seid ihr als Studenten auch noch in der Haftpflichtversicherung eurer Eltern mit drin und müsst so keinen eigenen Vertrag abschließen. Das gilt es jedoch im Voraus zu klären!

Lange Nase für Langfinger
Hier gilt es zu prüfen, inwieweit ihr als Studenten noch über die Hausratversicherung der Eltern abgesichert seid. In vielen Verträgen besteht über die sogenannte "Außenversicherung" ein Versicherungsschutz auch für Gegenstände in eurer Studentenwohnung. Meist ist diese Mitversicherung aber der Höhe nach begrenzt und reicht unter Umständen nicht für euren Hausrat aus. Dann kann es sinnvoll sein, eine eigene Hausratsversicherung abzuschließen. Versichert sind grundsätzlich nur Einbruchdiebstähle, also wenn die Gegenstände aus einem abgeschlossenen Raum eines Gebäudes gestohlen werden. Der sogenannte "einfache Diebstahl" (euch wird das Handy im Bus geklaut, etc.) ist nicht mitversichert und kann nur bei wenigen Gesellschaften mit eingeschlossen werden.

Bei allen Versicherungen, die fürs Ausland relevant sein könnten, gilt jedoch: In jedem Fall sollte der Auslandsaufenthalt der Versicherung gemeldet werden. Sprecht alle Details mit der Versicherung ab, damit genau feststeht, was alles wie lange versichert ist. So wissen beide Seiten, woran sie sind.

----
Infos zum Autor
Philipp Durillo Quiros studiert im vierten Semester an der Universität Mannheim und absolviert derzeit ein Praktikum in der Unternehmenskommunikation bei der SV SparkassenVersicherung. Ab Juli 2017 verbringt er ein Auslandssemester in Kolumbien. Dementsprechend durchläuft er gerade selbst die Mischung aus Stress und Vorfreude, die einen während der Planung begleitet. Der Text basiert sowohl auf intensiven Recherchen, Befragungen befreundeter Studenten, die bereits im Ausland waren, als auch eigenen Erfahrungen, was Bewerbungs- und Organisationsprozesse betrifft.
 
14.03.2017

Mit Freunden unterwegs und die Gegend erkunden.   

Mit Freunden unterwegs und die Gegend erkunden.   

Die vier wichtigsten Versicherungen für das Ausslandssemester

  • Krankenversicherung
  • Autoversicherung
  • Haftpflichtversicherung
  • Hausratversicherung
Studenten am Tisch

Mit den richtigen Versicherungen im Gepäck, fällt das Studieren im Ausland leicht.   

Studenten am Tisch

Mit den richtigen Versicherungen im Gepäck, fällt das Studieren im Ausland leicht.   

Frau fährt Inlineskates

Aktiv und fit bleiben im Ausland: Die Kranken- und Unfallversicherung leisten im Falle des Falles.  

Frau fährt Inlineskates

Aktiv und fit bleiben im Ausland: Die Kranken- und Unfallversicherung leisten im Falle des Falles.  

Vater übergibt Tochter den Autoschlüssel

Mit dem Auto unterwegs: Bei Mietwägen auf einen ausreichenden Versicherungsschutz achten! 

Vater übergibt Tochter den Autoschlüssel

Mit dem Auto unterwegs: Bei Mietwägen auf einen ausreichenden Versicherungsschutz achten! 

Autor:
Philipp Durillo Quiros

Kontakt in die Redaktion:
onlinemagazin@sparkassenversicherung.de

Das könnte Sie auch interessieren...

Gut gerüstet ins Abenteuer

Wir zeigen euch, wie ihr euch am besten für das Auslandssemester vorbereitet.

Mehr zum Thema Auslandssemester

"Dem deutschen Alltag entfliehen"

Drei Studenten sprechen über ihr Erfahrungen während Ihres Auslandssemester.

Weiter zu den Erfahrungen im Ausland

Mit dem Auto ins Ausland

So genießen Sie im Ausland Ihren gewohnten Versicherungsschutz.

Zum Auslandschadenschutz