Zwei Mitarbeiter im Gespräch
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So funktioniert die betriebliche Altersvorsorge

Männer werden in Deutschland im Durchschnitt 78 Jahre alt, Frauen leben im Schnitt fünf Jahre länger. Und die Lebenserwartung steigt weiter. Das hat nicht nur zur Folge, immer länger arbeiten zu müssen, sondern auch immer länger Rente zu bekommen. Gleichzeitig gibt es aber immer weniger Menschen, die in die Rentenkasse einbezahlen. Eine ergänzende Altersvorsorge wird dadurch immer wichtiger. Eine Möglichkeit ist die betriebliche Altersversorgung (bAV).
Seit 2002 haben Arbeitnehmer auf die betriebliche Altersversorgung sogar einen Rechtsanspruch. Sie können von ihrem Arbeitgeber eine betriebliche Altersversorgung verlangen, wenn sie bereit sind, dafür auf Entgelt zu verzichten. Das gilt für jeden Arbeitnehmer, der in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert ist, auch für Teilzeitbeschäftigte und geringfügig Beschäftigte.
Aber wie funktioniert so eine Betriebsrente mit Entgeltverzicht?
Bei der Entgeltumwandlung, die der Arbeitnehmer finanziert, wird vereinbart, dass Teile des Gehalts in eine Vorsorgezusage fließen. Im Unterschied zur privaten Altersvorsorge zahlt der Arbeitnehmer also seinen Beitrag nicht selbst ein, sondern überlässt dies dem Arbeitgeber. Der zahlt die Beiträge zur Betriebsrente direkt aus dem unversteuerten Bruttogehalt in den bAV-Vertrag ein und das steuer- und sozialabgabenfrei. Beispiel: Bei einem Bruttogehalt von 2.500 Euro im Monat, bleiben nach Abzug der Steuern und Sozialabgaben 1.600 Euro als Nettogehalt übrig. Fließen 100 Euro davon in einen bAV-Vertrag, wird dieser Betrag vom Bruttogehalt abgezogen. Dieses beträgt dann noch 2.400 Euro. Die zu zahlenden Steuern und Sozialabgaben sind dann geringer. Das Nettogehalt liegt dann bei 1.550 Euro. Obwohl der Arbeitnehmer 100 Euro also in seine bAV einzahlt, bekommt er nur 50 Euro weniger am Ende raus.
Fünf Wege der betrieblichen Altersvorsorge
Der Arbeitgeber kann zwischen fünf Durchführungswegen wählen. Zum einen kann er die Versorgungszusage unmittelbar erteilen. In diesem Fall spricht man von einer Direkt- oder auch Pensionszusage. Zum anderen kann er die betriebliche Altersversorgung auch über einen externen Versorgungsträger abwickeln. Hierfür stehen die Direktversicherung, die Pensionskasse, der Pensionsfonds sowie die Unterstützungskasse zur Verfügung. Welcher Weg allerdings für den Arbeitgeber oder Arbeitnehmer am sinnvollsten ist, entscheiden Faktoren wie beispielsweise die Betriebsgröße. Kleine und mittlere Betriebe beschränken sich häufig auf einen Durchführungsweg, um den Verwaltungsaufwand in Grenzen zu halten. Eine sehr weit verbreitete Form ist die Direktversicherung.
Die Beiträge zum Aufbau einer Betriebsrente können übrigens vom Arbeitgeber oder vom Arbeitnehmer allein oder aber auch von beiden gemeinsam aufgebracht werden. Auch Zuzahlungen in die betriebliche Altersvorsorge sind möglich. Wichtig ist es, sich früh um die eigenen Vorsorge zu kümmern. Fragen Sie Ihren Chef nach der Betriebsrente. Es lohnt sich! Hier finden Sie umfangreiche Informationen zur betrieblichen Altersvorsorge.

02.01.2017


Autorin:
Stefanie Rösch

Kontakt in die Redaktion:
onlinemagazin@sparkassenversicherung.de

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