• Frau am Laptop

    Angestellt und nebenbei Freiberufler?

Selbstständig im Nebenjob: Was dabei wichtig ist!

Viele träumen davon, als digitaler Nomade durch die Welt zu reisen. Zu arbeiten, wann und wo man möchte - und zugleich die Welt zu sehen. Sicherheitsbewusste Angestellte oder fest mit ihrer Heimat verwurzelte Menschen suchen hingegen andere Alternativen. Für sie könnte eine nebenberufliche Selbstständigkeit interessant sein. 

Dabei können sie sich ohne großes Risiko ausprobieren und prüfen, ob ihnen die Selbstständigkeit wirklich liegt. Ihr Hauptjob sichert sie während dieser Phase noch immer ab und gibt ein gutes Gefühl. Also nebenberuflich starten und sich so den Traum vom freiberuflichen Arbeiten verwirklichen?
Frau mit Teetasse

Endlich sein "eigener Chef" sein. Davon träumen viele Angestellten. Doch der Schritt will gut überlegt und geplant sein.

Bevor Sie jetzt voller Enthusiasmus Ihre Pläne für die Selbstständigkeit entwickeln, sollten Sie einige grundsätzlich wichtige Dinge für sich klären. Die wichtigsten Fragen, die man sich vor diesem Schritt stellen sollte, beantwortet unser 9-Punkte-Programm. Dies ist der Fitness-Test für eine nebenberufliche Selbstständigkeit: 

Punkt 1: Zunächst sollten Sie sich fragen: Was treibt mich an?

Möchten Sie aus Ihrem umfassenden Know-How einfach „mehr“ machen? Schwebt Ihnen vor, mit Ihrem großen Hobby zusätzlich etwas Geld zu verdienen? Oder haben Sie eine neue, spannende Geschäftsidee, aus der ein eigenes Start-up werden könnte?
Büroraum

Die fortschreitende Digitalisierung bietet Freiberuflern neue Möglichkeiten. Desktop, Handy, Homepage und ein paar Visitenkarten - mehr braucht es häufig nicht für den Schritt in die Selbstständigkeit.

Punkt 2: Was müssen Sie mit Ihrem Arbeitgeber klären?

Was immer Sie vorhaben – zuallererst müssen Sie sich Ihre freiberufliche Nebentätigkeit von Ihrem Arbeitgeber schriftlich genehmigen lassen. Schließlich bietet er Ihnen einiges an Sicherheit: ein festes Gehalt, Lohnfortzahlung bei Krankheit, häufig Urlaubs- und Weihnachtsgeld, vielleicht sogar Sonderzahlungen. Machen Sie deshalb Ihr Vorhaben transparent und sorgen dafür, dass sich Hauptjob und Nebentätigkeit nicht in die Quere kommen.

Punkt 3: Was sind notwendige Rahmenbedingungen?

Bei einer nebenberuflichen Selbstständigkeit bleiben Sie über Ihren Hauptarbeitgeber kranken-, pflege- und rentenversichert. Informieren Sie Ihre Krankenkasse über Ihr Vorhaben. Bei der gesetzlichen Krankenversicherung ist wichtig, dass Ihr sozial­vers­icherungs­pflichtiger Hauptjob sowohl zeitlich als auch in puncto Einkommen klar Vosrrang vor dem Nebenjob hat.
Fotografin in der Natur

Raus aus der Tretmühle, seine Zeit selbst einteilen, sich kreativ verwirklichen - danach sehnen sich viele. Doch es gibt auch Hürden zu überwinden. Deshalb ist der Fitness-Check so wichtig.

Weiterhin muss geklärt sein, ob Ihr Nebenjob eine freiberufliche oder eine gewerbliche Tätigkeit ist – entsprechend sind die Anmeldeformalitäten beim Finanzamt oder Gewerbeamt. Freiberufliche Tätigkeiten sind nicht gewerbesteuerpflichtig, wobei diese ohnehin erst bei höheren Gewinnen zum Tragen kommt. Alles in allem ist dies eine Wissenschaft für sich.

Punkt 4: Weshalb es sich lohnt, einen Experten zu fragen!

Im Internet kursieren unzählige, teils auch widersprüchliche Informationen. Zudem Programme, mit denen Rechnungslegung, Buchhaltung und Steuererklärung abgewickelt werden kann.
Aber vielleicht haben Sie ja ohnehin einen Steuerberater. Es lohnt sich zu fragen, zu welchen Konditionen er die laufende Buchführung und Steuererklärung für Sie erledigt. Es entlastet Sie und gibt Ihnen die Sicherheit, dass in diesem heiklen Bereich keine Fristen versäumt werden und alles seine Ordnung hat. So bleibt Ihnen Zeit für das Wesentliche: Ihre Firma zu entwickeln.
Menschen am Tisch

Man sollte sich nicht scheuen, sich umfassend beraten zu lassen und auch mit anderen über seine Pläne zu sprechen. Das bringt einen garantiert einen Schritt weiter.

Punkt 5: Worauf es ankommt: Ihre Kunden!

Bemühen Sie sich von Beginn an um mehrere Kunden. Damit erreichen Sie eine größere Unabhängigkeit, sollte einmal ein Kunde abspringen. Zudem wirken Sie der Gefahr als scheinselbstständig betrachtet zu werden entgegen. Sie zeigen damit auch eine „ernsthafte Gewinnerzielungsabsicht“ gegenüber dem Finanzamt. Insgesamt bedeutet das: Sie müssen sich einen Kundenstamm „erarbeiten“ und diesen mit einer guten und professionellen Dienstleistung halten. Je anspruchsvoller Ihre Dienstleistung und je höher der Stundensatz, desto herausfordernder ist diese Aufgabe. Doch auch hier gilt: Qualität setzt sich durch!

Punkt 6: Womit müssen Sie rechnen?

Im Zweifel kommen Aufträge gerade dann, wenn auch in Ihrem Hauptberuf eine Hochphase ist. Ihre Auftraggeber könnten Zeitvorstellungen haben, die sich mit einer nebenberuflichen Tätigkeit nur schwer vereinbaren lassen. Schlussendlich könnten Sie Kunden verlieren, weil sich deren Rahmenbedingungen geändert haben.
All das lässt sich nur bewältigen, wenn Ihre Begeisterung Sie trägt und wenn Sie neben großer Disziplin auch ein robustes Selbstwertgefühl haben. Stellen Sie sich darauf ein, dass es nicht nur Erfolgserlebnisse gibt. Achten Sie auf sich und über­fordern Sie sich nicht!

Punkt 7: Welche Versicherungen brauchen Sie?

Auch wenn der Gedanke nicht erfreulich ist: Ein verärgerter Kunde, der sich durch Sie geschädigt fühlt, könnte Schaden­er­satz­an­sprüche geltend machen. Lassen Sie sich beraten, welche betrieblichen Haftpflichtrisiken Sie in einer Betriebs­haft­pflicht­ver­sicherung absichern sollten. Informationen zum Versicherungsangebot der SV finden Sie unter Firmenkunden. Auch eine Unfallversicherung ist sinnvoll, denn die gesetzliche Unfallversicherung schützt Sie nur bei Ihrem Hauptarbeitgeber, nicht aber im Nebenjob.
Tätowierer am Arbeiten

Es gibt viele Betätigungsfelder für Freiberufler. Vom Handwerk, über Dienstleistungen, kreative Tätigkeiten bis hin zur Büroassistenz. Der Versicherungsschutz ist für alle gleich wichtig.

Punkt 8: Was, wenn es nicht funktioniert?

Dann haben Sie immer noch Ihren Hauptjob, was in diesem Moment ein unschätzbarer Vorteil ist. Wenn Ihnen der Nebenjob keinen Spaß macht oder sich auf Dauer nicht rechnet: Klammern Sie sich nicht daran! Schließlich gibt es viele andere Möglich­keiten, sich neben dem Beruf zu engagieren – beispielsweise in einem Ehrenamt.

Punkt 9: Was, wenn Sie das „Unternehmer-Gen“ in sich entdecken?

Bleiben Sie trotz der Leidenschaft für Ihr Business realistisch. Denken Sie darüber nach, was es bedeutet, den Hauptjob zu kündigen! Sie müssen dann alle Versicherungen selbst abschließen und die Altersvorsorge finanzieren – dazu Ihre Geschäfts­idee immer wieder an sich schnell ändernde Marktbedingungen anpassen, Kunden akquirieren usw. Eine Garantie für dauer­haften Erfolg gibt es nicht! Recherchieren Sie deshalb gründlich, vernetzen Sie sich und lassen Sie sich professionell beraten.
                                                                         01.01.2022

Autorin Andrea Clauser-Wild

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