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Wie man mit seinen Bewerbungsunterlagen überzeugt und im Vorstellungsgespräch einen guten Eindruck macht

Ob Ausbildung, Praktikum oder Berufseinstieg: Jede Karriere fängt mit der Bewerbung um eine Stelle an. Zahlreiche Webseiten informieren mit Muster-Lebensläufen und geben Tipps rund um Bewerbungsanschreiben, Lebenslauf und Vorstellungsgespräch. Christian Nytz ist Personalreferent bei der SV und arbeitet sich täglich durch Bewerbungsstapel. Stefanie Rösch und Sonja Sartor vom Onlinemagazin haben den Profi in Sachen Bewerbung gefragt, worauf es wirklich ankommt und worauf man im Vorstellungsgespräch achten sollte. Sie wählten dafür einen für ein Bewerbungsgespräch eher unüblichen Ort. Sie trafen sich mit ihm am Eugensplatz in Stuttgart.

Herr Nytz, eigentlich könnten doch alle Bewerbungsgespräche außerhalb der Firma stattfinden und die beiden Seiten treffen sich locker im Café oder auf ein Eis?
So ganz verkehrt wäre das sicher nicht. Für ein gutes Gespräch muss auch die Atmosphäre passen. Schließlich will nicht nur der Bewerber bei der Firma punkten, sondern auch die Firma beim Bewerber. Das gelingt am besten, wenn sich beide Seiten im Gespräch wohlfühlen. Und wenn keiner der beiden einen Heimvorteil hat, kann das auch gut sein. Bei manchen Bewerbern ist ein Treffen außerhalb der Firma sicherlich sinnvoll, aber die Regel ist es nicht.
Wenn man viele Stellenanzeigen liest, ist die Liste der Anforderungen scheinbar endlos. Habe ich trotzdem eine Chance, wenn ich nicht alle Bewerberanforderungen erfülle? 
Bewerber sollten sich von den Anforderungen nicht direkt abschrecken lassen. Stellenanzeigen stellen den optimalen Bewerber dar, also wie ihn das Unternehmen sich backen würde, wenn es könnte. Man muss nicht zwingend alle Anforderungen erfüllen - trotzdem hat das Unternehmen natürlich fachliche Erwartungen, zum Beispiel sollte ein Mathematiker schon ein Mathematik-Studium vorweisen können. Eine gute Selbsteinschätzung ist daher wichtig. Wenn man die fachlichen Grundvoraussetzungen erfüllt, ist das schon einmal die halbe Miete.

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Über die Autoren:

Stefanie Rösch arbeitet als Pressereferentin in der Unternehmenskommunikation der SV. Mit einer guten Vorbereitung schafft man es, einen guten Eindruck zu hinterlassen.
Sonja Sartor hat Medienwissenschaft und Französisch studiert. Sie war Praktikantin in der Unternehmens­kommunikation der SV. Sie ist der Meinung, dass man Personaler mit klugen Gegenfragen beeindrucken kann.

Kontakt in die Redaktion:
onlinemagazin@sparkassenversicherung.de

Anschreiben sollen kompakt und in klaren Worten verfasst sein.

Anschreiben sollen kompakt und in klaren Worten verfasst sein.

Worauf kommt es im Bewerbungsanschreiben an?
Hier lege ich selbst großen Wert darauf und rate allen Bewerbern dazu, sich besonders viel Mühe zu geben. Das ist nämlich der erste Eindruck, den er hinterlässt. Der Bewerber sollte in seinem Schreiben klar machen, warum er gerade diese Stelle und dieses Unternehmen interessant findet. Auch wenn sich ein Kandidat gerade auf mehrere Jobs gleichzeitig bewirbt, empfehle ich, jedes Anschreiben sorgfältig und individuell zu gestalten. Also kein Standardanschreiben wählen, immer den richtigen Ansprechpartner nennen und vor allem auf die Rechtschreibung achten. Besonders gut gefallen mir die Anschreiben, die kompakt und in klaren Worten verfasst sind. Eine DIN-A4-Seite reicht hier völlig aus.
Und worauf sollten Bewerber beim Lebenslauf achten?
Der Lebenslauf ist das zweite sehr wichtige Dokument. Darin verschaffe ich mir einen ersten Überblick über den Werdegang und die Qualifikationen des Bewerbers. Daher sollte der Lebenslauf klar und übersichtlich strukturiert sein. Farben können das Ganze optisch aufwerten, aber hier ist zu empfehlen, mit Maß vorzugehen. Allerdings kommt es bei der Gestaltung auch auf den beruflichen Hintergrund des Kandidaten an: Von einem Grafiker erwarte ich zum Beispiel einen kreativeren Lebenslauf als von einem Betriebswirt. Bei den verschiedenen Berufsstationen ist es mir wichtig, dass der Bewerber nicht nur seine Funktion, also zum Beispiel "Projektleiter", nennt, sondern prägnant seine Aufgaben und Zuständigkeiten beschreibt. So können wir besser einschätzen, ob der Kandidat zur ausgeschriebenen Stelle passt. Lücken und Brüche im Lebenslauf sind heute kein Beinbruch mehr. Hier rate ich dazu, ehrlich zu sein und nicht zu versuchen, sie blumig zu umschreiben oder zu verheimlichen. Beim Foto gilt: Besser kein Foto als ein schlechtes Foto. Also lieber etwas Geld in ein professionell gemachtes Bewerbungsfoto investieren als ein selbst zugeschnittenes Bild aus einer Partynacht mitschicken. Darüber hinaus sollten die mitgelieferten Zeugnisse und Bescheinigungen aussagekräftig sein und einen Bezug zur Stelle haben. Die gesamte Bewerbung samt Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse sollte der Bewerber am besten gebündelt in einem PDF-Dokument verschicken. Vor diesem Aufwand sollte kein Bewerber zurückschrecken.

Der Lebenslauf sollte klar und übersichtlich strukturiert sein.

Der Lebenslauf sollte klar und übersichtlich strukturiert sein.

Nehmen wir an, die Bewerbungsunterlagen eines Kandidaten haben Sie überzeugt und Sie laden ihn zum Vorstellungsgespräch ein. Wie verläuft so ein Gespräch normalerweise?
Ja, nun kommt es zu einem ersten persönlichen Treffen. Hier ist es für beide Seiten entscheidend, einen guten Eindruck zu hinterlassen. Gut vorbereitet müssen also beide sein. Uns ist es wichtig, dass wir den Bewerber näher kennen lernen und wir ihm ein positives Bild vom Unternehmen vermitteln. Das Gespräch nützt natürlich auch dem Kandidaten. Es hilft ihm zu erkennen, ob für ihn die Arbeitsbedingungen und das Unternehmen passen und die Stelle wirklich der Traumjob ist. Ich lege in unseren Gesprächen sehr großen Wert auf einen fairen und partnerschaftlichen Umgang miteinander und auf eine gute Atmosphäre. Mir gefällt, wenn es zu einem echten Gespräch kommt, wir uns also gegenseitig die Bälle zuspielen.
Was erwarten Sie vom Bewerber und welche Fragen stellen Sie gerne?
Der Bewerber sollte uns seinen Werdegang beschreiben können. Hier interessiere ich mich besonders für die Hintergründe und Beweggründe, also wie es zu bestimmten Entscheidungen kam. Ich lege Wert darauf, dass sich der Bewerber über uns, also die SV, informiert hat. Gerne stelle ich auch Fragen zur Stelle. Wie etwa, warum es genau diese Stelle sein soll oder wie der Kandidat sich die Arbeit konkret vorstellt. Bei der Antwort des Bewerbers auf die Frage zu seinen besonderen Stärken, möchte ich nicht nur Begriffe aufgezählt bekommen, sondern ich will mehr erfahren, also an Hand von konkreten Beispielen. Auch den Klassiker unter den Fragen, wo sich der Bewerber in fünf Jahren sieht, stelle ich immer noch gerne. Für die Antwort gibt es aber kein richtig oder falsch, sie muss einfach ins Gesamtbild passen. Meine persönliche Lieblingsfrage ist, ob der Kandidat noch Fragen hat. Wenn ja, zeigt das ehrliches Interesse am Unternehmen und an der Stelle. Ich finde, da muss einfach etwas kommen. Was ich nur noch selten abfrage, sind die Schwächen eines Bewerbers. Meistens bekomme ich dann nur zu hören, was jeder im Internet lesen kann, also zum Beispiel Ungeduld oder Perfektionismus.

Für viele Fragen in Bewerbungsgesprächen gibt es als Antwort kein richtig oder falsch, sie muss einfach ins Gesamtbild passen.

Für viele Fragen in Bewerbungsgesprächen gibt es als Antwort kein richtig oder falsch, sie muss einfach ins Gesamtbild passen.

Was halten Sie denn von so ungewöhnlichen Fragen wie "Wie viele Smarties passen in einen Airbus?" Oder "Wie viele Katzen gibt es in Deutschland?" fällt mir da noch ein.
Diese Art zu fragen hat sich in den letzten Jahren verbreitet. Unter Personalern ist das sehr umstritten. Ich selbst bezweifle den Mehrwert solcher Fragen und verwende sie nicht. Sie machen aber sichtbar, wie Menschen unter Stress reagieren und wie spontan sie sind. Falls die Fragen kommen, sollte der Bewerber einfach einen kühlen Kopf bewahren, laut nachdenken und auf nachvollziehbare Art und Weise zu einer Antwort kommen. Dabei ist der Weg zum Ergebnis deutlich wichtiger als das Ergebnis als solches.
Welche Eigenschaft wird Ihrer Meinung nach bei der SV immer gefragter?
Die Versicherungsbranche ist derzeit im Umbruch und die Digitalisierung wird die Arbeit in den kommenden Jahren grundlegend verändern. Viele Tätigkeiten, wie wir sie heute noch kennen, gibt es dann nicht mehr. Kommunikationswege und Kommunikationsmittel ändern sich und auch die Art, wie wir arbeiten. Mobile Working, Homeoffice oder Desk-Sharing sind heute schon Alltag. Eigenschaften wie lebenslanges Lernen, Initiative zeigen, Mitanpacken und Veränderungsbereitschaft werden neben dem fachlichen Know-how eine immer größere Rolle spielen. Wir sind meiner Meinung nach ein Unternehmen, in dem es Spaß macht zu arbeiten und in dem wir auf aktive Mitarbeiter bauen.

Wichtig ist es auch darauf zu achten, was der zukünftige Arbeitgeber neben dem Job und der Bezahlung noch so alles bietet.

Wichtig ist es auch darauf zu achten, was der zukünftige Arbeitgeber neben dem Job und der Bezahlung noch so alles bietet.

Was geben Sie Bewerbern noch zum Abschluss mit auf dem Weg?
Je natürlicher sich der Bewerber in einem Gespräch verhält, desto wohler fühlen sich beide Seiten und desto besser wird das Gefühl sein, mit dem beide Seiten auseinandergehen. Wichtig ist es auch darauf zu achten, was der zukünftige Arbeitgeber neben dem Job und der Bezahlung noch so alles bietet. Hier denke ich an flexible Arbeitszeiten, betriebliche Altersvorsorge, Kantine, Sportangebote, Weiterentwicklungsmöglichkeiten, Vereinbarkeit von Familie und Beruf und und und.

Herr Nytz, vielen Dank für das Gespräch.

Fotos: Gordon Kölmel

29.08.2017

Über Christian Nytz:
Christian Nytz hat 2009 sein duales Studium der BWL mit Schwerpunkt Versicherung bei der SV SparkassenVersicherung begonnen. Ausschlaggebend waren für ihn damals das sehr angenehme Bewerbungsgespräch und die Schnelligkeit des Auswahlverfahrens bei der SV. Nach Studienabschluss betreute er drei Jahre lang die Auszubildenden der SV. Seit 2015 ist er Personalreferent und unter anderem für die Einstellung von ITlern verantwortlich. Bis heute hat er schon an die 350 Bewerbungsgespräche geführt.

Zur SV: Ausgezeichnet als Top Arbeitgeber
Die SV ist ein großer Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb. Die SV beschäftigt insgesamt rund 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Innen- und Außendienst. An allen sechs Standorten und in den knapp 370 SV-Agenturen stellt die SV Ausbildungs- und Studienplätze zur Verfügung. Pro Jahr starten rund 100 junge Menschen ihre Ausbildung bei der SV. Bereits zum fünften Mal in Folge hat Statista zusammen mit dem Magazin Focus, dem Karriere-Netzwerk XING sowie der Arbeitgeberbewertungsplattform kununu die Attraktivität von rund 2.000 Unternehmen untersucht. Die SV hat hier 2017 erneut sehr gut abgeschnitten und wurde ausgezeichnet.

Über Christian Nytz:
Christian Nytz hat 2009 sein duales Studium der BWL mit Schwerpunkt Versicherung bei der SV SparkassenVersicherung begonnen. Ausschlaggebend waren für ihn damals das sehr angenehme Bewerbungsgespräch und die Schnelligkeit des Auswahlverfahrens bei der SV. Nach Studienabschluss betreute er drei Jahre lang die Auszubildenden der SV. Seit 2015 ist er Personalreferent und unter anderem für die Einstellung von ITlern verantwortlich. Bis heute hat er schon an die 350 Bewerbungsgespräche geführt.

Zur SV: Ausgezeichnet als Top Arbeitgeber
Die SV ist ein großer Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb. Die SV beschäftigt insgesamt rund 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Innen- und Außendienst. An allen sechs Standorten und in den knapp 370 SV-Agenturen stellt die SV Ausbildungs- und Studienplätze zur Verfügung. Pro Jahr starten rund 100 junge Menschen ihre Ausbildung bei der SV. Bereits zum fünften Mal in Folge hat Statista zusammen mit dem Magazin Focus, dem Karriere-Netzwerk XING sowie der Arbeitgeberbewertungsplattform kununu die Attraktivität von rund 2.000 Unternehmen untersucht. Die SV hat hier 2017 erneut sehr gut abgeschnitten und wurde ausgezeichnet.

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