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    Richtig bewerben

Erfolgreich von der Bewerbung bis zum Vorstellungsgespräch

Ausbildung, Praktikum oder Berufseinstieg - jede Karriere fängt mit der Bewerbung an. Zahlreiche Webseiten informieren mit Muster-Lebensläufen und Tipps und Tricks rund um Bewerbungsschreiben, Lebenslauf und Vorstellungsgespräch. Wir klären auf, worauf es wirklich ankommt und geben Antworten auf die 6 brennendsten Fragen von Bewerbung bis zum Vorstellungsgespräch.

Wie viel Chancen hat die Bewerbung, wenn man nicht alle gewünschten Qualifikationen mitbringt?
  • Bewerber sollten sich von den Anforderungen nicht direkt abschrecken lassen. Stellenanzeigen stellen den optimalen Bewerber dar, also wie ihn das Unternehmen sich backen würde, wenn es könnte. Man muss nicht zwingend alle Anforderungen erfüllen - trotzdem hat das Unternehmen natürlich Erwartungen, was die Ausbildung und die Fachkompetenz angeht, die weitestgehend erfüllt werden sollten. Eine gute Selbsteinschätzung ist daher wichtig.
Worauf kommt es im Bewerbungsschreiben an?
  • Allen Bewerbern ist geraten, sich beim Bewerbungsschreiben besonders viel Mühe zu geben. Darauf legen Unternehmen nämlich sehr großen Wert. Es ist der erste Eindruck, den der Bewerber hinterlässt. Der Bewerber sollte in seiner Bewerbung klarmachen, warum er gerade diese Stelle und dieses Unternehmen interessant findet. Auch wenn sich ein Kandidat auf mehrere Jobs gleichzeitig bewirbt, sollte er jedes Anschreiben sorgfältig und individuell gestalten - also kein Standardbewerbung wählen, immer den richtigen Ansprechpartner nennen und vor allem auf die Rechtschreibung achten. Besonders gut kommen Bewerbungen in Personalabteilungen an, die kompakt und in klaren Worten verfasst sind. Eine DIN-A4-Seite reicht hier völlig aus.
Worauf sollten Bewerber beim Lebenslauf achten?
  • Der Lebenslauf ist das zweite sehr wichtige Dokument einer Bewerbung. Darin verschaffen sich die Personaler einen ersten Überblick über den Werdegang und die Qualifikationen des Bewerbers. Daher sollte der Lebenslauf klar und übersichtlich strukturiert sein. Farben können ihn optisch aufwerten. Aber hier ist zu empfehlen, mit Maß vorzugehen. Allerdings kommt es bei der Gestaltung auch auf den beruflichen Hintergrund des Bewerbers an: Von einem Grafiker wird ein kreativerer Lebenslauf erwartet als von einem Betriebswirt. Bei den verschiedenen Berufsstationen ist es wichtig, dass der Bewerber nicht nur seine Funktion wie etwa "Projektleiter" nennt, sondern prägnant seine Aufgaben und Zuständigkeiten beschreibt. So kann die Personalabteilung besser einschätzen, ob der Kandidat zur ausgeschriebenen Stelle passt. Lücken und Brüche im Lebenslauf sind heute kein Beinbruch mehr. Hier wird empfohlen, ehrlich zu sein und nicht zu versuchen, sie blumig zu umschreiben oder zu verheimlichen. Beim Foto gilt: Besser kein Foto als ein schlechtes Foto. Also lieber etwas Geld in ein professionell gemachtes Bewerbungsfoto investieren als ein selbst zugeschnittenes Bild aus einer Partynacht mitschicken. Darüber hinaus ist es wichtig, dass die mitgelieferten Zeugnisse und Bescheinigungen vollständig (angefangen beim Schulabschluss) und aussagekräftig sind sowie Bezug zur Stelle haben.
     
Wie verläuft ein Vorstellungsgespräch normalerweise?
  • Gut vorbereitet müssen hierfür beide sein. Das ist der erste persönliche Kontakt und für beide Seiten entscheidend, einen guten Eindruck zu hinterlassen. Den Firmen ist es wichtig, dass sie den Bewerber näher kennenlernen und ihm ein positives Bild vom Unternehmen vermitteln. Das Gespräch hilft dem Kandidaten zu erkennen, ob für ihn die Arbeitsbedingungen und das Unternehmen passen und die Stelle wirklich der Traumjob ist. Ein fairer und partnerschaftlicher Umgang ist hier wichtig, damit eine gute und offene Gesprächsatmosphäre entstehen kann. Je natürlicher sich beide Seiten in einem Gespräch geben, desto leichter fällt dann die Einschätzung und Bewertung des Gesprächs. Wichtig ist es auch darauf zu achten, was der zukünftige Arbeitgeber neben dem Job und der Bezahlung noch so alles bietet wie etwa flexible Arbeitszeiten, Weiterentwicklungsmöglichkeiten, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, betriebliche Altersvorsorge, Kantine oder Sportangebote.
Was wird vom Bewerber erwartet und welche Fragen werden gestellt?
  • Der Bewerber sollte seinen Werdegang beschreiben können. Hier interessieren sich die Unternehmen besonders für die Hintergründe, also wie es zu bestimmten Entscheidungen kam. Gut ist es, wenn sich der Bewerber über die Firma informiert hat. Gerne werden Fragen zur Stelle gestellt. Wie etwa, warum es genau diese Stelle sein soll oder wie der Kandidat sich die Arbeit konkret vorstellt. Bei der Antwort des Bewerbers auf die Frage zu seinen besonderen Stärken sollten nicht nur Begriffe aufgezählt werden, sondern anhand von Beispielen erklären. Auf den Klassiker "wo sich der Bewerber in fünf Jahren sieht" muss sich sicher jeder Bewerber einstellen. Für die Antwort gibt es aber kein richtig oder falsch, sie muss einfach ins Gesamtbild passen. Bei der Frage nach den Lernfeldern eines Bewerbers, kommt leider häufig nur das, was jeder im Internet lesen kann, also zum Beispiel Ungeduld oder Perfektionismus. Werden Sie hier ruhig etwas kreativer und mutiger. Gerne wird der Kandidat auch aufgefordert, eigene Fragen zu stellen. Das wird empfohlen, da dies Interesse am Unternehmen und an der Stelle zeigt. Manchmal werden auch Fragen gestellt, die thematisch überraschend kommen. Sie können zeigen, wie spontan Menschen sind. Falls diese Fragen kommen, sollte der Bewerber einfach einen kühlen Kopf bewahren, laut nachdenken und auf nachvollziehbare Art und Weise zu einer Antwort kommen. Dabei ist der Weg zum Ergebnis deutlich wichtiger als das Ergebnis als solches.
Welche Eigenschaften werden denn immer gefragter?
  • Eigenschaften wie lebenslanges Lernen, Initiative zeigen, Mitanpacken und Veränderungsbereitschaft werden neben dem fachlichen Know-how eine immer größere Rolle spielen. Die Digitalisierung verändert die Arbeit in den kommenden Jahren weiter. Arbeitsmittel/-tools sowie Kommunikationswege und -mittel ändern sich und auch die traditionelle Art zu arbeiten. Mobile Working, Homeoffice oder Desk-Sharing sind heute schon aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken.
Gut zu wissen: Bei der SV sollte man sich am besten online über das Karriereportal bewerben. Dort werden die Bewerber durch unterschiedliche Eingabemasken geführt und können so ihren Lebenslauf sowie ein Anschreiben befüllen. Ebenso können hier alle relevanten Dokumente hochgeladen werden. Hier geht's um Karriereportal der SV.
Bewerbungstipps: Kurz und knapp
• Anschreiben sollen kompakt und in klaren Worten verfasst sein
• Der Lebenslauf sollte klar und übersichtlich strukturiert sein
• Für viele Fragen gibt es als Antworten kein richtig oder falsch
• Darauf achten, was neben dem Job und der Bezahlung noch alles geboten wird

24.06.2020
Stefanie Rösch
Über die Autorin:
Stefanie Rösch arbeitet als Pressereferentin in der Unternehmenskommunikation der SV.

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