Familie vor Laptop
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So finden Sie Ihre Work-Life-Balance: 9 Tipps für berufstätige Eltern

Wir haben in unserer Serie fünf Familien besucht und die berufstätigen Mütter und Väter gefragt: Wie lassen sich Job und Kinder vereinbaren? Die besten Ratschläge der Eltern und anderer Experten.

1. Teilen Sie sich die Arbeit 
Ob Kindererziehung, Haushalt oder Gartenarbeit – wie die Zuständigkeiten verteilt werden, sollten Sie und Ihr Partner genau besprechen. Über nichts streiten berufstätige Eltern wohl so häufig wie über die Arbeitsteilung zu Hause. Folke Hartwig und ihre Frau Anette Bauer-Hartwig hatten als lesbisches Paar keine Rollenvorbilder, als sie ihre Familie gründeten. Beim Versorgen der beiden Kinder und beim Geldverdienen sehen sie sich gleichermaßen in der Verantwortung. „Wir teilen uns beide Bereiche 50 zu 50.“ Mehr darüber, wie die Hartwigs ihren Alltag organisieren, lesen Sie hier.

2. Planen Sie die Woche 
Planen Sie mit genügend Vorlauf. Nehmen Sie sich am Samstag oder Sonntag eine halbe Stunde Zeit, um gemeinsam die nächste Woche zu besprechen. Was muss erledigt werden, wer kann sich um welche Aufgaben kümmern? Aber Achtung: Machen Sie nicht zu viele Termine, auch nicht für gemeinsame Aktivitäten mit den Kindern. Zeitmanagement-Experten raten: 60 Prozent der Zeit verplanen, 40 Prozent als Puffer lassen. Sind die Aufgaben verteilt, starten Sie gleich viel entspannter in die Woche.

3. Beziehen Sie die Kinder ein 
Den Müll rausbringen oder beim Einräumen des Geschirrspülers helfen – lassen Sie Ihr Kind schon früh altersgemäße Aufgaben im Haushalt übernehmen. Das läuft sicher nicht immer konfliktfrei ab, entlastet Sie aber Stück für Stück. Und Ihr Kind lernt, dass die Kleidung nicht von allein aus dem Wäschekorb zurück in den Schrank wandert. Der Alltag von Familie Reichle aus Warmbronn funktioniert nur, wenn die Kinder mit anpacken. Mehr über die Arbeitsteilung in der neunköpfigen Großfamilie erfahren Sie hier.

4. Machen Sie Feierabend 
Ziehen Sie eine klare Grenze zwischen Job und Familienleben. Das gilt in der Woche, aber vor allem am Wochenende (es sei denn Sie arbeiten im Schichtdienst). Vermeiden Sie es, zu Hause dienstliche E-Mails zu lesen, oder legen Sie dafür zumindest ein enges Zeitfenster fest. Christian und Gabi Zimmermann betreiben in Renningen einen Hof – für beide kein 40-Stunden-Job. In ihrer Gaststube könnten sie auch am Sonntag noch Feiern ausrichten, aber die beiden Landwirte halten sich diesen Tag ganz bewusst frei für ihre drei Kinder. Mehr darüber, wie die Zimmermanns Familie und Hofbetrieb managen, lesen Sie hier.

5. Denken Sie auch an sich 
Zugegeben, es fällt nicht leicht, Zeit für sich selbst einzuplanen, wenn das Zeitbudget hinten und vorne schon nicht reicht. Machen Sie es trotzdem! Denn was haben Ihre Kinder von einer gereizten Mutter oder einem übelgelaunten Vater? Ein Besuch in der Sauna lässt die Anspannung von Ihnen abfallen, ein Abstecher zum Friseur hebt Ihre Stimmung. Nach so einer kleinen Verschnaufpause können Sie viel gelassener reagieren, wenn es zu Hause drunter und drüber geht.

6. Lassen Sie Ihre Kinder los 
Weitere Freiräume schaffen sie sich, indem Sie Ihrem Kind Freiräume gewähren. Dazu gehört zum Beispiel auch, es langsam daran zu gewöhnen, mal alleine zu Hause zu sein. Die Bundeskonferenz für Erziehung gibt eine grobe Orientierung: Ab dem 4. Lebensjahr könnten Kinder in der Regel 15 bis 30 Minuten alleine bleiben, ab dem siebten Lebensjahr bis zu zwei Stunden lang. Vielleicht kann Ihr Kind auch gemeinsam mit Freunden zur Schule laufen, statt von Ihnen begleitet zu werden? Wenn Ihr Nachwuchs mehr und mehr allein schafft, entlastet das nicht nur Sie, sondern es tut auch dem Selbstbewusstsein Ihres Kindes gut.

7. Schaffen Sie sich ein Netzwerk 
„Als Familie muss man sich immer mehrfach absichern“, sagt Christina Krieg. Die Mutter aus Leinfelden-Echterdingen merkte das am eigenen Leib, als sie, ihr Mann und ihre beiden Töchter mehrere Wochen lang mit dem Norovirus kämpften. Die Großmutter sprang ein (lesen Sie unser Porträt von Familie Krieg). Das Beispiel zeigt: Ohne ein Netzwerk aus Verwandten oder Freunden, die aushelfen können, lassen sich solche Ausnahmesituationen kaum meistern. Auch bei der Bewältigung alltäglicher Herausforderungen hilft es, wenn Sie sich mit anderen Eltern vernetzen. Die Kita hat wegen Läusen zu? Wechseln Sie sich mit dem Kinderhüten ab.

8. Powern Sie sich gemeinsam aus 
Die Kinder bei Laune halten, Zeit mit dem Partner verbringen und dann auch noch etwas für die Figur tun? Ja, das geht – und zwar alles auf einmal. Ob Ausflug in den Kletterpark oder Radtour zum Badesee, wer mit der Familie Sport macht, stärkt nicht nur seine Gesundheit, sondern auch den Zusammenhalt. Die Mitglieder der sportbegeisterten Familie Mamodaly aus Mannheim sind auch im Alltag ein eingespieltes Team. Hier erfahren Sie mehr.

9. Seien Sie bewusst unperfekt 
Zum Schluss der wichtigste Tipp: Verabschieden Sie sich vom Anspruch, perfekt sein zu wollen. Sie können nicht kochen? Es gibt auch gesunde Fertigprodukte. Ihre Nachbarin hat zum Kindergeburtstag Geschenke für alle Gäste gebastelt? Lassen Sie sich davon nicht unter Druck setzen. Und seien Sie nicht so hart zu sich selbst, wenn nicht alles klappt wie geplant. „Wir regen uns nicht wegen Kleinigkeiten auf, sondern sehen vieles entspannt“, verrät Andrea Reichle, wie sie und ihr Mann Axel als siebenfache Eltern Ruhe bewahren (zum Familienporträt hier entlang).


15.02.2017

Autorin:
Ulrike Wronski

Kontakt in die Redaktion:
onlinemagazin@sparkassenversicherung.de

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