• Kind sammelt Geldstücke auf dem Boden

    Mehr Geld fürs Kind

    So kommen beim Kindergeld keine Fragen mehr auf

Wer Anspruch auf Kindergeld hat, wie hoch es ausfällt und was man damit am besten macht.

Um Familien zu fördern, gibt es vom Staat eine monatliche Finanzspritze: das Kindergeld. Dadurch soll sichergestellt werden, dass Eltern genug Geld für Bildung, Betreuung, Kleidung und Wohnen ihrer Kinder haben. Am 1. Januar 2021 hat sich das Kindergeld um 15 Euro je Kind erhöht. Wir haben hier allerhand Wissenswertes rund ums Kindergeld zusammengestellt.

Wie hoch fällt das Kindergeld aus?

Das Kindergeld wird an alle Familien gleich hoch ausbezahlt. Der staatliche Zuschuss richtet sich nach dem Alter und der Anzahl der Kinder, nicht nach der Höhe des Einkommens. Ab dem 1. Januar 2021 wird das Kindergeld um 15 Euro je Kind angehoben.
 
Ab 1. Januar 2021 gilt:
 
  • Für das erste und zweite Kind gibt es 219 Euro
  • Für das dritte Kind 225 Euro
  • Für das vierte und jedes weitere Kind 250 Euro

Wer hat Anspruch auf Kindergeld und wie lange wird Kindergeld ausbezahlt?

Der Anspruch auf Kindergeld entsteht mit der Geburt eines Kindes und gilt mindestens bis zum 18. Lebensjahr. Unter bestimmten Voraussetzungen allerdings auch darüber hinaus, nämlich bis zum 25. Lebensjahr.
Beginnt das Kind nach der Schule eine Erstausbildung oder ein Erststudium, bekommen die Eltern auch weiterhin Kindergeld ausbezahlt. Und das in der Regel so lange, bis die Ausbildung oder das Studium abgeschlossen ist, maximal jedoch bis zum Alter von 25 Jahren. Der Anspruch bleibt auch bestehen, wenn das Kind nebenbei jobbt und zwar egal wie viel Geld das Kind im Nebenjob verdient, denn seit 2012 gibt es hier keine Verdienstgrenze mehr.
Anders sieht die Sache aus, wenn das Kind nach der ersten Ausbildung eine weiterführende Ausbildung oder Zweitausbildung anhängt. Hier ist entscheidend, ob das Kind sein angestrebtes Berufsziel noch nicht erreicht hat. Denn eine weiterführende Ausbildung kann auch noch Teil der Erstausbildung sein, wenn beispielsweise an den Bachelor noch ein Master angehängt wird. Geht das Kind während der Zweitausbildung einer sogenannten "anspruchsschädlichen Erwerbstätigkeit" nach und arbeitet mehr als 20 Stunden pro Woche, entfällt der Kindergeldanspruch.
Geld fließt auch in der Übergangszeit zwischen zwei Ausbildungsabschnitten, also etwa zwischen Abitur und Studium oder Bundeswehr, allerdings höchstens vier Monate lang. Zu lange Auszeiten gefährden also das Kindergeld. Mit dem Abitur in der Tasche gönnen sich Schulabgänger gerne eine längere Auszeit, beispielsweise, um zu reisen oder auch Work-and-Travel zu erleben. Ist ein Kind allerdings mehr als vier Monate im Ausland, ohne dass es Ausbildungszwecken dient, wird das Kindergeld gestrichen.
Bis zum 21. Lebensjahr bekommen die Eltern auch für ein Kind, das arbeitslos ist, Kindergeld. Voraussetzung: Das Kind ist bei der Agentur für Arbeit als arbeitssuchend gemeldet.
Für einen Beruf ausgebildet wird oder studiert – auch bei der zweiten Ausbildung oder dem Zweitstudium.
Auf einen Ausbildungs- oder Studienplatz warten muss und eine Pause von höchstens vier Monaten zwischen den Ausbildungen macht.
Einen Freiwilligendienst wie das freiwillige soziale Jahr oder den Bundesfreiwilligendienst leistet.

Was kann ich mit dem Kindergeld oder mit Teilen davon tun?

Legen Sie sich ein Ziel fest: Entweder Sie sparen das Geld, um später die Ausbildung, das Studium oder eine größere Investition wie den Führerschein oder das erste Auto zu finanzieren. Beispielsweise kann ein Studium bei einer Studiendauer von fünf Jahren bis zu 40.000 Euro kosten, ein Führerschein liegt zwischen 1.000 und 3.000 Euro, abhängig von der Region und dem Anfall der benötigten Fahrstunden. Alternativ können Sie das Geld auch in die Absicherung oder Vermögensvorsorge Ihres Kindes investieren wie etwa in die spätere Altersvorsorge oder in eine Kinderunfallversicherung.
Beginnen Sie möglichst früh, am besten schon ab der Geburt, regelmäßig Geld für Ihren Nachwuchs zurückzulegen. Auch kleinere Sparbeiträge ergeben über einen langen Zeitraum eine ordentliche Summe. So schaffen Sie einen echten Zeitvorteil für Ihr Kind.

Wissenswertes rund ums Kindergeld:

  • Das Kindergeld fließt nicht automatisch ab der Geburt des Kindes. Es muss beantragt werden.
  • Beim Beantragen des Kindergeldes muss die Steuer-ID vorgelegt werden. Dadurch möchte die Familienkasse Doppelzahlungen vermeiden.
  • Der staatliche Zuschuss wird immer an die Person ausgezahlt, die das Kind in ihrem Haushalt aufgenommen hat. Das können neben den leiblichen Eltern auch die Stiefeltern, die Großeltern oder die Pflegeeltern sein.
  • Seit 1955 gibt es das Kindergeld, zunächst wurde es ab dem dritten Kind ausbezahlt, seit 1975 dann ab dem Erstgeborenen. Den höchsten Anstieg erfuhr das Kindergeld 1996. Hier stieg das Geld für das erste Kind von 70 DM auf 200 DM an, also verdreifachte sich fast.
  • 2017 wurde übrigens für rund 15 Millionen Kinder Kindergeld ausbezahlt, knapp 36 Milliarden Euro flossen so an die Familien.
     

Weitere detaillierte Informationen zum Kindergeld und der Beantragung finden Sie beim Bundeszentralamt für Steuern und bei der Bundesagentur für Arbeit.

Stefanie Rösch

Über die Autorin:

Stefanie Rösch arbeitet als Pressereferentin in der Unternehmenskommunikation der SV.

Kontakt in die Redaktion:
onlinemagazin@sparkassenversicherung.de

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                                                                       01.01.2021

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