Motivierter Mann mit Krawatte und Sportschuhen
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Wie man seine guten Vorsätze umsetzt

Das neue Jahr hat begonnen. Habe ich alles so umgesetzt wie ich wollte? Habe ich mich so entwickelt, wie ich mir das vorgestellt habe? Wie man lernt, seine Vorsätze umzusetzen und warum es nicht schlimm ist, ab und an mal zu scheitern, besprechen wir mit Christian Eichhorn, Motivationscoach und Geschäftsführer der Agentur Mensch und Wandel.
Herr Eichhorn, brauchen wir überhaupt gute Vorsätze?
Es hängt von der Person ab, ob sie Vorsätze braucht. Viele Menschen haben den Wunsch, sich zu optimieren und weiterzuentwickeln. Sie nutzen gute Vorsätze als Antrieb. Viele scheitern jedes Jahr an ihren guten Vorsätzen.
Wie wichtig ist es, ob ein Änderungswunsch aus mir selbst heraus entsteht oder von außen kommt?
Es hat ja seine Gründe, warum Menschen über Jahre hinweg so gelebt haben, wie sie gelebt haben. Dass ich seit Jahren keinen Sport mehr mache, hat einen gewissen Grund. Eine Änderung ist immer schwer. Ich sollte mir erst über die Motive einer Änderung Klarheit verschaffen. Erst wenn ich das verinnerlicht habe, ist der erste Schritt getan.
Und der zweite Schritt?
Es sind psychosoziale Aspekte, die mich dazu bringen, meine Vorsätze zu verfolgen. Ich sollte daher auf jeden Fall meine Umwelt miteinbeziehen. Ich erzähle meinen Freunden, meiner Familie und Kollegen von meinen Vorsätzen. Damit baue ich mir selbst einen gewissen Druck auf und will den gezielten Vorsatz auch in die Tat umsetzen. Von einem wider Erwarten eintretenden Scheitern, sollte ich mich auch nicht zu sehr runterziehen lassen. Selbst mit der besten Vorbereitung ist man nicht vor allen Eventualitäten geschützt. Ich sollte nicht zu hart mit mir selbst ins Gericht gehen, wenn ein Vorsatz scheitert. Ansonsten setze ich mir keine neuen Ziele mehr. Ich nenne das den 'liebevollen Umgang mit dem eigenen Scheitern.'
Ein Tag hat nur 24 Stunden. Da wir uns heutzutage generell schon mit einer Übersättigung und Überforderung konfrontiert sehen: Ist es daher nicht zu viel, sich auf mehrere Vorsätze gleichzeitig zu konzentrieren?
Mehrere Vorsätze bergen natürlich das Risiko einer weiteren Überforderung. Habe ich unterschiedliche Vorsätze, stellt sich schnell die Frage, wie ich alle unter einen Hut bekommen will. Ich kann nicht mehr Sport machen, mehr Zeit mit meiner Familie verbringen und mich gleichzeitig noch stärker in meinem Job einbringen wollen. Ich plädiere daher dafür, Prioritäten zu setzen und den Fokus nur auf einen Vorsatz zu legen.
Wie hoch stehen dann die Chancen auf Erfolg?
Wenn ich mich ernsthaft einem Vorsatz widme und diesen stetig verfolge, liegen die Chancen auf Erfolg bei rund 80 Prozent. Statistiken zeigen auch deutlich, dass für jeden weiteren Vorsatz die Chancen auf Erfolg um jeweils 30 Prozent abnehmen. Weniger ist auch in diesem Fall mehr.
Kommen wir weiter auf den psychologischen Aspekt zu sprechen. Mit der Zeit entwickeln wir gewisse Automatismen, ich denke dabei an das tägliche Zähneputzen. Müssten wir ständig bewusst daran denken, würden wir verrückt werden. Wie sehen Sie das bei den Vorsätzen?
Das ist der springende Punkt. Nehmen wir als Beispiel die ungesunde Ernährung. Über eine lange Zeit hat sich ein Automatismus entwickelt, der nur noch schwer aufzubrechen ist. Ich gehe abends an den Kühlschrank und nehme mir eine Tafel Schokolade. Um den Vorsatz 'ich will mich gesünder ernähren', in die Tat umzusetzen, sollte ich mir bewusst machen, dass jedes Suchtverhalten letztlich ein übersteigertes oder kompensiertes Bedürfnis darstellt. Ich muss also entweder das Bedürfnis erfüllen oder eine weniger ungesunde Form der Kompensation finden. Um diese neue Handlung zu verinnerlichen, muss ich sie über einen längeren Zeitraum regelmäßig einüben. Ihr Beispiel mit dem Zähneputzen passt da sehr gut.
Ist es vernünftiger, sich ein kleines, aber realistisches Ziel zu setzen oder kann man in größeren Dimensionen denken?
Ich sehe überhaupt kein Problem darin, in größeren Dimensionen zu denken. Vorsätze können auch über einen längeren Zeitraum gedacht sein. Wichtig ist allerdings, sich Zwischenziele zu stecken und diese auch einzuhalten. Ich erzähle meinen Mitmenschen was ich erreicht habe oder führe Tagebuch. Dadurch können mir auch kleine Erfolge die nötige Unterstützung geben, den großen Vorsatz letztendlich umzusetzen.
Eine letzte Frage: Was war ein großer Vorsatz, den Sie in die Tat umgesetzt haben?
Vor knapp 20 Jahren habe ich mit dem Rauchen aufgehört. Am Ende waren es zweieinhalb Schachteln am Tag. Da dachte ich nur noch 'die Zigarette hat mich im Griff und ich nicht mehr die Zigarette'. Diesen Kontrollverlust wollte ich nicht akzeptieren. Es war ein harter Weg, der auch eine lange Zeit in Anspruch genommen hat. Ich verinnerlichte den Vorsatz und setzte ihn dann konsequent um.
Herr Eichhorn, vielen Dank für das Gespräch!
Mensch und Wandel ist eine in Stuttgart ansässige Agentur, die sich stark in den Bereichen Unternehmensberatung, Change Management und Führungskräfteberatung engagiert. Ihr Motto lautet: "Wir kommen, um nicht mehr gebraucht zu werden". Sie passen komplexe Unternehmensstrukturen und -prozesse seit Jahren erfolgreich an, um Firmen zukunftsfähig zu machen.

02.01.2017

Tipp von Christian Eichhorn: Konzentrieren Sie sich nur auf einen Vorsatz!

Vier Schritte, um Vorsätze umzusetzen:

1. Machen Sie sich bewusst, warum Sie eine Veränderung wollen

2. Erzählen Sie Ihren Freunden, Kollegen und Verwandten von Ihrem Vorhaben, um einen gewissen Druck aufzubauen

3. Egal ob es kleine oder große Vorsätze sind: Stecken Sie sich Zwischenziele, die Sie auch erreichen können

4. Lernen Sie mit einem Scheitern umzugehen. Gehen Sie nicht zu hart mit sich selbst ins Gericht

Autor:
Sven Nagel

Kontakt in die Redaktion:
onlinemagazin@sparkassenversicherung.de

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