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Dauerbrenner Altersvorsorge

1997 sprach Norbert Blüm, damaliger Arbeitsminister, erneut den berühmten, heute noch viel zitierten Satz, der aus heutiger Sicht wie aus einer guten alten Zeit stammt. Das war vor zwanzig Jahren! Seit dem ist viel passiert. Denn die Wirklichkeit ist heute eine andere.
Mitte Oktober 2016 veröffentlichte die Bundesregierung ihren Alterssicherungsbericht (Artikel der Zeit). Sie warnte die Bürger vor der Altersarmut. Nur wer früh zusätzlich vorsorgt, hat im Ruhestand genug Geld. Für bestimmte Gruppen bestehe sogar ein "erhebliches Risiko", so die Regierung (Artikel der Süddeutschen). Angesichts dieser Prognosen, klingt der Satz von Norbert Blüm (Youtube) wie aus einer längst vergangenen Zeit. Denn dass die gesetzliche Altersrente im Ruhestand nicht ausreicht, weiß inzwischen fast jeder. Dass die Situation so "dramatisch" ist, dies ist in der Deutlichkeit aus dem Munde der Regierung neu. Fakt ist und bleibt seit 1997: Sicher ist, dass die Rente ohne eigenes Zutun, ohne privater Zusatzvorsorge, nicht sicher ist und dass das Geld im Alter richtig knapp werden kann. Denn dies erklärte Norbert Blüm 1997 in der Debatte nämlich auch, hört man ihm weiter zu:
"Wenn Sie die Hände in den Schoß legen und nichts machen, dann ist sie unsicher... Sie fällt nicht vom Himmel..."
Gesetzliche Rente: Vorsorgelücke schwarz auf weiß 
Nur mit dem richtigen Handeln ist das so eine Sache. Häufig liegt es daran, dass uns gar nicht bewusst ist, wie groß die drohende Versorgungslücke wirklich ist. Die eigene Realität flattert jedem, der mindestens 27 Jahre alt ist und mindestens fünf Beitragsjahre in der Rentenversicherung aufweist, einmal im Jahr als sogenannte Renteninformation nachhause. Diese zeigt die Lücke schwarz auf weiß. Auf einem einfachen Blatt Papier erklärte die Deutsche Rentenversicherung, was wir denn so später im Alter zu erwarten hätten. In solidem Amtsdeutsch erfährt man, wie viel Rente im Ruhestand monatlich bleibt. Vorausgesetzt, man würde bis zum Eintritt in den Ruhestand fleißig Beiträge wie im Durchschnitt der letzten fünf Jahre zahlen. Konkret finden sich in dem Schreiben noch zwei weitere wichtige Zahlen: die Rente wegen voller Erwerbsminderung und die Höhe der künftigen monatlichen Regelaltersrente, basierend auf allen bisher geleisteten Einzahlungen. Damit sich niemand allein auf die gesetzliche Rentenversicherung zur Absicherung fürs Alter und auch für eine mögliche Erwerbsminderung verlässt, rät die Deutsche Rentenversicherung Bund am Ende jedes Briefes ausdrücklich zur privaten Vorsorge. Ein Hinweis, der durch den aktuellen Alterssicherungsbericht an Bedeutung gewinnt. 
Private Vorsorge notwendig
Wie wichtig private Altersvorsorge ist, zeigt der Blick auf die konkreten Zahlen: Ein 40-Jähriger, der heute beispielsweise monatlich 3.000 Euro brutto verdient, erhält mit 67 Jahren in heutiger Kaufkraft eine Rente von 968 Euro in den alten Bundesländern (bei einer jährlichen Rentenanpassung von einem Prozent und einer Lohn- und Preissteigerung von 1,6 Prozent). In den neuen Bundesländern fällt diese Rente mit 1.041 Euro monatlich etwas höher aus. Gegenüber dem heutigen Nettoeinkommen fehlen somit im Alter – je nach Familienstand – etwa zwischen 870 und 1.200 Euro monatlich! Hinzu kommt, dass von der geringen Rente dann noch Krankenversicherungsbeiträge und womöglich Steuern bezahlt werden müssen. Generell sinkt das heutige Nettorentenniveau bis zum Jahr 2030 von heute rund 50 Prozent des Durchschnittsentgelts auf nur noch 43 Prozent, und das trotz Rente mit 67. Die aktuellen Rentendiskussionen malen ein noch trüberes Bild. Ab 2030 wird das Rentenniveau in Deutschland bis 2045 noch deutlicher zurückgehen und zwar auf geschätzt 41,6 Prozent, wenn nicht politisch mit neuen Rentenkonzepten, Haltelinien gegengesteuert wird.
Sofort mit dem Sparen beginnen und nicht aufschieben
Und obwohl die meisten Menschen um die Misere im Alter wissen, wird das Thema Altersvorsorge gerne aufgeschoben. Laut einer Studie von Infratest aus dem Jahre 2015 gibt es unter den Berufstätigen mehr Vorsorgemuffel als Vorsorgebewusste. 47 Prozent der Berufstätigen geben an, die private Altersvorsorge noch nicht vollständig geregelt zu haben. 30 Prozent davon haben das gar nicht vor. Bei der Frage, welche Vorsorgeformen sie für besonders geeignet halten, landete die Immobilie mit 44 Prozent vor der privaten Renten- und Lebensversicherung mit 32 und der betrieblichen Altersversorgung mit 24 Prozent. Risikoreiche Formen wie Aktien und Wertpapiere spielen eine eher untergeordnete Rolle. Die Ergebnisse zeigen, dass die Menschen bei der Altersvorsorge weiterhin auf Sicherheit setzen. Das gilt sowohl für die Anlage der Ersparnisse als auch für die mögliche Absicherung der Familie.
Wir sind länger alt als jung 
Ein weiterer Punkt, sich stärker mit der eigenen Vorsorge zu beschäftigen, ist die Erkenntnis, dass die Menschen länger leben als sie persönlich glauben. Wer gefragt wird, wie lange er wohl leben wird, schätzt im Schnitt sieben Jahre zu wenig. Das ergaben die Studien des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Ein 2010 geborenes Mädchen wird statistisch also über 90 Jahre alt. Der Lebensabschnitt im Ruhestand ist damit deutlich länger als die Kinder- und Jugendzeit. Die gute Nachricht: Wir bleiben aber länger fit. Diese Zeit wird von den heutigen Rentnern viel aktiver genutzt als von den Generationen davor. Fakt ist: Wir werden immer älter, müssen aber auch immer länger arbeiten. Gleichzeitig sinkt das Rentenniveau immer weiter ab. Wie das Thema Sicherheit der gesetzlichen Rente weitergeht, ist leider offen. Es bleibt jedem Einzelnen nur, selbst vorsorgen, um das Thema selbst steuern zu können.

02.01.2017

Wussten Sie, dass...

.... die durchschnittliche Altersrente bei 810 Euro monatlich beträgt?

... die Altersrenten in den alten Bundesländern mit 1.014 Euro monatlich für Männer bzw. 583 Euro monatlich für Frauen liegen?

... die Altersrenten in den neuen Bundesländern mit 973 Euro monatlich für Männer bzw. 860 Euro monatlich für Frauen liegen?
(Quelle: Dt. Rentenversicherung Bund, Stand August 2016)

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Autorin:
Stefanie Rösch

Kontakt in die Redaktion:
onlinemagazin@sparkassenversicherung.de

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