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Schäden durch Bambus vermeiden

Stuttgart, 23. März 2015: Im Garten gilt: Erlaubt ist, was gefällt. Der Trend zur asiatischen Gestaltung hält auch im Gartenjahr 2015 an. Klare Linien, das Spiel mit Wasser, Statuen und Gräsern sind en vogue. Doch exotische Süßgräser wie der Bambus folgen ihren eigenen Gesetzen. Jeder Hobbygärtner sollte sich deshalb vorab das notwendige Fachwissen zu Pflanzung und Pflege aneignen. Die SV SparkassenVersicherung (SV) gibt Tipps.

Beliebt ist der Bambus seit einigen Jahrzehnten auch in unseren Breitengraden, bestechend wegen seiner immergrünen Farbe. Er ist pflegefreundlich und vielseitig. Es gibt ihn als Bodendecker, als Heckenpflanze oder meterhohen Sichtschutz. Zudem kann man ihm quasi beim Wachsen zusehen. Er gehört nämlich zur Gruppe der schnellst wachsenden Pflanzen der Welt. Vorzüge, die Hobbygärtner zu schätzen wissen.

Doch wo Licht ist, findet sich bekanntlich auch Schatten. Im Falle des Bambus sogar ein großer Schatten, den Gartenfreunde schon bei der Pflanzenauswahl im Blick haben sollten. Man unterscheidet nämlich kompakt wachsende und ausläufertreibende Bambusarten. Erstere haben ein horstig wachsendes und nicht wucherndes Wurzelwachstum - ähnlich der hier beheimateten Stauden und Gehölze.

Professionelle Sperre bei ausläufertreibenden Bambusarten

Die ausläufertreibenden Bambusarten hingegen haben ein sehr schnelles und stark wucherndes Wurzelwachstum. Die sogenannten Rhizome richten größte Schäden an. Haben sich diese erst einmal in der Erde ausgebreitet, bekommt man sie nur schwer wieder heraus. Da hilft nur: Ausgraben! Und zwar so, dass kein Wurzelstück in der Erde zurück bleibt. Die Eigenart des Gewächses: Jeder zurückbleibende Ausläufer wuchert weiter. Schon mancher Garten musste deswegen komplett ausgehoben werden.

Damit die Pflanze draußen bleibt

"Bei ausläufertreibenden Arten muss man eine sogenannte Wurzelstock- oder Rhizomsperre einsetzen", sagt Harald Nevermann, Experte für komplexe Schäden bei der SV. Fehlt sie, ist aus zu weichem Material oder wurde nicht richtig gesetzt, haben sie die spitzen Rhizome schnell geknackt. Sie durchstoßen mühelos Teichfolien, Pflanzkübel und sogar Fundamente, Fassaden und Isolierungen. Sie hangeln sich entlang von Wasserrohren und Elektrokabeln in die Innenräume. So sind Schäden und Streit in der Nachbarschaft vorprogrammiert.  

Der Experte der SV weiß wovon er spricht und erzählt von einem besonderen Schadenfall: "Der Bambus eines Versicherten wuchs über die Gartengrenze ins Nachbarhaus und wurde entdeckt, als seine Pflanzenspitze aus der Steckdose wuchs". Beim Entfernen des Bambus zwei Jahre zuvor hatte der SV-Kunde einen Wurzelstrang übersehen. Der Schaden: Rund 30.000 Euro. "Neben dem getrübten nachbarschaftlichen Verhältnis ein immenser finanzieller Schaden, der durch Fachkenntnis hätte vermieden werden können", meint Nevermann hierzu.