Bilanz 2007 |
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Kräftiger Zuwachs im Neugeschäft
- Lebensversicherung: Neugeschäft wächst stärker als der Markt
- Fast 300 Prozent Plus bei Riesterrenten
- Hagelunwetter im Schwarzwald kostete ca. 166 Millionen Euro
- Kooperationen in IT-Anwendungsentwicklung, Asset-Management und Vertrieb
Stuttgart, 29. Mai 2007. Die SV SparkassenVersicherung (SV) zeigte sich mit dem Geschäftsjahr 2006 "zufrieden", wie der Vorstandsvorsitzende Ulrich-Bernd Wolff von der Sahl auf der Bilanzpressekonferenz heute in Stuttgart sagte. Die Beiträge aus dem Neugeschäft konnten insgesamt um 18,7 Prozent gesteigert werden. Wegen hoher Abläufe in der Lebensversicherung blieben die gebuchten Bruttobeiträge im Gesamtgeschäft aber auf dem Vorjahresniveau bei knapp 2,7 Milliarden Euro. Die Kapitalanlagen der SV stiegen um 3,6 Prozent auf 18,7 Milliarden Euro. Der öffentliche Versicherer in Baden-Württemberg, Hessen, Thüringen und Teilen von Rheinland-Pfalz konnte seinen Konzernüberschuss deutlich verbessern: Er stieg von 22 Millionen Euro im Vorjahr auf 83,4 Millionen Euro.
Schaden- und Unfallversicherungen: Leichter Beitragsrückgang - hoher Schadenaufwand
In den Schaden- und Unfallversicherungen summierten sich im selbst abgeschlossenen Geschäft die Beitragseinnahmen der SV Gebäudeversicherung (SVG) auf 1,118 Millionen Euro (- 0,1 Prozent gegenüber Vorjahr).
"Das Geschäft in den privaten Sachversicherungen und in der gewerblichen Sachversicherung ist gut gelaufen", sagte Wolff von der Sahl. In der größten Sparte, der verbundenen Wohngebäudeversicherung, stiegen die Beiträge um 3,6 Prozent. Damit festigt die SVG ihre Position als Nummer 1 der deutschen Gebäudeversicherer. Erfreulich entwickelte sich die Sparte Haftpflicht (+ 3,0 Prozent) mit hohem Neugeschäft. Gegenläufige Entwicklungen gab es in den Kraftfahrtversicherungen (- 5,9 Prozent) und in den industriellen Sachversicherungen (- 5,8 Prozent). "Insgesamt bleibt die SVG damit auf dem eingeschlagenen Kurs, sich auf das Geschäft mit den Privatkunden und dem mittelständischen Gewerbe zu konzentrieren und den Preiswettbewerb in einzelnen Marktsegmenten nicht mitzumachen", fügte Wolff von der Sahl hinzu.
Die Brutto-Geschäftsjahres-Schadenaufwendungen im selbst abgeschlossenen Geschäft sind 2006 auf 878,4 Mio. Euro (+ 11,2 Prozent) gestiegen. Der Grund für den Anstieg waren vor allem die Schäden, die das Hagelunwetter am 28./29.06.2006 in Villingen-Schwenningen, Trossingen und Umgebung hinterlassen hat. Diese Schäden an Gebäuden und Kraftfahrzeugen summierten sich auf rund 166 Mio. Euro. Über alle Sparten hinweg liegt die Brutto-Geschäftsjahres-Schadenquote daher bei 79,4 Prozent und damit deutlich über dem Vorjahr (70,8 Prozent). Die Combined Ratio stieg auf 98,3 (Vj.: 87,8) Prozent.
SV Lebensversicherung: Deutlich verbessertes Neugeschäft - Trend zu Produkten mit niedrigen Beiträgen und Einmalbeiträgen
"Nach dem sehr verhaltenen Jahr 2005 hat sich das Neugeschäft 2006 stark verbessert", betonte Wolff von der Sahl. Es wurden 188.367 (Vj.: 118.984) Verträge mit einer Versicherungssumme von 3,4 (Vj.: 2,4) Mrd. Euro abgeschlossen. Das Neugeschäft nach statistischem laufenden Jahresbeitrag erhöhte sich auf 91,3 Mio. Euro (+ 35,2 Prozent). Damit liegt die SVL deutlich über dem Markt, der ein Plus von 15,0 Prozent erreichte. Sehr positiv entwickelten sich auch die Einmalbeiträge, die auf 243,9 Mio. Euro (+ 42,5 Prozent) anstiegen. Es wurden 46.635 Riester-Renten (+ 295,9 Prozent) abgeschlossen. Die Neugeschäftsentwicklung der SVL spiegelt den Trend zu Produkten mit niedrigeren Beiträgen sowie eine nachhaltige Verschiebung von laufenden Beiträgen hin zu Einmalbeiträgen.
Der Versicherungsbestand ist nach Stückzahl der Verträge um 4,3 Prozent und nach Versicherungssumme um 1,1 Prozent gestiegen. Dennoch sanken die gebuchten Bruttobeiträge im selbst abgeschlossenen Geschäft der SVL gegenüber dem Vorjahr leicht von 1.581,1 Mio. Euro auf 1.574,7 Mio. Euro (- 0,4 Prozent). Der Grund waren hohe Abläufe, insbesondere bei Tarifen mit abgekürzter fünfjähriger Beitragszahlungsdauer, für die keine Beiträge mehr fließen.
An die Versicherungsnehmer wurden Versicherungsleistungen in Höhe von 1,4 (Vj.: 1,36) Mrd. Euro ausgezahlt. Die Stornoquote liegt mit 4,0 (Vj.: 3,9) Prozent weiterhin deutlich unter dem Branchendurchschnitt von 5,1 (Vj: 5,0) Prozent.
Die Kapitalanlagen der SVL sind um 3,2 Prozent auf 16,4 Mrd. Euro gestiegen. Die laufenden Bruttoerträge aus Kapitalanlagen haben sich um 5,4 Prozent auf 755 Mio. Euro erhöht. Das übrige Ergebnis aus Kapitalanlagen beträgt 86,2 Mio. Euro. Die SVL erzielte 2006 eine Nettoverzinsung von 5,0 (Vj.: 5,35) Prozent und liegt damit wieder über dem Durchschnitt des Marktes, der bei 4,8 (Vj.: 5,2) Prozent lag.
Im Geschäftsjahr 2006 konnte die SVL einen Rohüberschuss in Höhe von 356,6 Mio. Euro erwirtschaften (-13,9 Prozent). Der Rückgang ist auf geringere außerordentliche Kapitalerträge zurückzuführen. Aus dem Rohüberschuss konnten der Rückstellung für Beitragsrückerstattung (Brutto-Aufwendungen für RfB) 331,6 Mio. Euro zugeführt werden.
2006: Jahr der Konsolidierung - Weichenstellungen für die Zukunft
"Das Fusionsprojekt ist noch nicht abgeschlossen", sagte Wolff von der Sahl. "Auch 2006 sind wir weiter fortgeschritten und haben wichtige Aufgaben gelöst." Im Bereich der Gebäudeversicherung arbeitet die SV jetzt mit einer einheitlichen DV-Anwendungslandschaft, nachdem im Frühjahr 2006 die Migration der Gebäudeversicherungsverträge mit vielen Millionen Datensätzen erfolgreich durchgeführt wurde.
Das betriebswirtschaftliche Ziel der Fusion werde die SV, so Wolff von der Sahl, im Jahr 2007 weitgehend erreichen. Planmäßig konnte der Personalbestand im Innendienst reduziert werden. Zum Jahresende arbeiteten im Innendienst insgesamt 3.118 (3.261) Personen. Darin enthalten sind 201 (210) Auszubildende und Studenten der Berufsakademie. Im Außendienst sind für die SV 1.871 (1.856) Mitarbeiter tätig. Darüber hinaus werden 36 (39) junge Menschen im Außendienst ausgebildet.
Von besonderer Bedeutung für die SV ist die Kooperation mit der Provinzial NordWest (PNW). Die Zusammenarbeit in den Bereichen der IT-Anwendungsentwicklung und des Asset-Managements dient der Erschließung wirtschaftlicher Vorteile durch die Zusammenführung von Fachkompetenzen sowie der Realisierung von Synergien und Skaleneffekten. Der Bereich Anwendungsentwicklung wurde in der VersIT Versicherungs-Informatik GmbH mit Sitz in Mannheim gebündelt, der Bereich Kapitalanlagen in der VersAM Versicherungs-Assetmanagement GmbH mit Sitz in Münster. Die jeweiligen Betriebsübertragungen fanden zum 1. Januar 2007 statt.
Ausblick 2007: Projekte im Plan
"Der Abschluss der Fusionsmaßnahmen und die erfolgreiche Umsetzung der Kooperation mit der PNW sind die wichtigsten Aufgaben, die die SV in diesem Jahr weiterverfolgen wird", betonte Wolff von der Sahl. "Das Erreichen unserer Projektziele steigert weiter unsere Effizienz und damit unsere Leistungen für die Kunden." Die bereits spürbaren deutlichen Fortschritte in Qualität und Effizienz der Sachbearbeitung zeigten sich bereits Anfang 2007 bei der Schadenabwicklung nach dem Orkan "Kyrill", der mehr als 80.000 Schäden an bei der SV versicherten Gebäuden verursachte. Das Zusammenspiel von Außendienst, Fachbereichen, KundenServiceRessort und Sparkassen funktionierte bei der Schadenaufnahme und -abwicklung schnell und reibungslos. Die Serviceziele wurden deutlich übertroffen. "Im Vergleich zum Sturm vom 29.07.05, den wir in der Startphase des KundenServiceRessorts bewältigen mussten, haben wir bei Kyrill in den ersten fünf Tagen vier Mal so viele Schadenmeldungen aufgenommen", sagte Wolff von der Sahl. "In dieser Richtung werden wir weiterarbeiten."
Als besonderes Projekt wird seit Anfang dieses Jahres die Vertriebskooperation mit der SV Sachsen im Geschäftsgebiet Thüringen durchgeführt. Mit der Übertragung der erfolgreichen Marktbearbeitungskonzepte der SV Sachsen auf Thüringen soll den Besonderheiten des ostdeutschen Versicherungsmarktes Rechnung getragen werden.