Archiv 2006 |
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Überschuss gesteigert, Kosten gesenkt
- Mehr Ertrag in den Schaden- und Unfallversicherungen trotz Beitragsrückgang
- 56.000 Unwetterschäden kosteten 95 Millionen Euro
- Leichtes Beitragsplus in der Lebensversicherung - weniger Neugeschäft
- Fusionsprojekte schaffen die Voraussetzungen für bessere Leistungen für Kunden
- SV verbessert Kundeninformation über Eigenvorsorge
Stuttgart, 30. Mai 2006. Die SV SparkassenVersicherung (SV) zeigte sich trotz geringfügiger Rückgänge in den Beitragseinnahmen mit dem Geschäftsjahr 2005 "durchaus zufrieden", wie Vorstandschef Ulrich-Bernd Wolff von der Sahl auf der Bilanzpressekonferenz heute in Stuttgart sagte. Der öffentliche Versicherer in Baden-Württemberg, Hessen, Thüringen und Teilen von Rheinland-Pfalz konnte seinen Konzernüberschuss deutlich verbessern: Er stieg von 71 Millionen Euro im Vorjahr auf 132 Millionen Euro (vor Zuführung zur Schwankungsrückstellung und vor Steuern). Die Gesamtkosten sanken um 17 Prozent auf 613 Millionen Euro. Die Kapitalanlagen des SV-Konzerns stiegen um 4,7 Prozent auf 18,1 Milliarden Euro.
Schaden- und Unfallversicherungen: Leichter Beitragsrückgang - mehr Ertrag
In der SV Gebäudeversicherung (SVG) gingen die Beiträge im selbst abgeschlossenen Geschäft um 2,4 Prozent auf 1,12 Milliarden Euro zurück. Ursache dafür war der Beitragsabrieb in der Kraftfahrtversicherung (minus 5,6 Prozent) und in den industriellen Sachversicherungen (minus 10,6 Prozent).
In diesen Sparten hat die SV ihre ertragsorientierte Annahmepolitik fortgesetzt und den erneuten Preiswettbewerb einiger großer Anbieter bewusst nicht mitgemacht. Beitragszuwächse verzeichnete die SVG dagegen in den Sparten für Privatkunden: in der Wohngebäudeversicherung um knapp ein Prozent, in den Hausratversicherungen um 2,5 Prozent und in den Haftpflichtversicherungen um 4,7 Prozent. Die Zahl der Verträge sank um 1,5 Prozent auf 6,151 Millionen (Vorjahr: 6,246 Millionen).
Die Schadenaufwendungen erhöhten sich um 34 Millionen Euro auf rund 790 Millionen (Vj: 756), die Schadenquote für Geschäftsjahresschäden stieg um 4,3 Prozentpunkte auf 70,8 Prozent (Vj: 66,5). Dazu trugen eine Reihe von Großschäden in den industriellen Sachversicherungen (plus 29,3 Millionen Euro) und erneut erhebliche Elementarschäden in den privaten Sachversicherungen (plus 8,1 Millionen Euro) bei. Unwetter verursachten rund 56.000 Schäden in Höhe von insgesamt 95 Millionen Euro. Das versicherungstechnische Ergebnis in der Verbundenen Wohngebäudeversicherung für eigene Rechnung verschlechterte sich um 20,4 Prozent auf minus 28,0 Millionen Euro (Vj: minus 23,3 Millionen). Die kombinierte Schaden-Kosten-Quote stieg 2005 nach dem guten Wert des Vorjahres (84 Prozent) auf 87,5 Prozent, ist aber besser als der Marktwert (92 Prozent).
SV Lebensversicherung (SVL): Leichtes Beitragsplus - deutlich weniger Neugeschäft - höherer Überschuss
Wie erwartet ging das Neugeschäft mit Lebens- und Rentenversicherungen im Vergleich zum Vorjahr erheblich zurück. 119.000 Verträge wurden vermittelt. Im Vorjahr waren es noch 247.000 eingelöste Policen. Mit einem Plus von 83 Prozent beim statistisch laufenden Jahresbeitrag lag die SVL im Jahr 2004 erheblich über dem Marktdurchschnitt mit plus 43 Prozent, deshalb auch der überdurchschnittliche Einbruch.
Die gebuchten Bruttobeiträge der SVL stiegen um 0,6 Prozent auf 1,58 Milliarden Euro. Deutlich besser als im Vorjahr war das Geschäft mit Riesterrenten, deren Zahl um 160 Prozent auf 12.000 stieg, und mit Lebensversicherungen gegen Einmalbeiträge, deren Volumen um 13,3 Prozent auf 170 Millionen Euro stieg. Vor allem die Rentenversicherung (+ 17,1 Millionen Euro) spielte dabei eine große Rolle. Hier wirken sich die seit 2005 geltenden neuen steuerlichen Regelungen aus, nach denen es nicht mehr erforderlich ist, Beiträge über mindestens fünf Jahre zu leisten, um die steuerlichen Vorteile nutzen zu können. Die Kapitalanlagen der SVL stiegen um 4,4 Prozent auf 15,9 (Vj: 15,3) Milliarden Euro.
Die SVL hat keine stillen Lasten in den Kapitalanlagen. Die ausgezahlten Versicherungsleistungen stiegen um 4,6 Prozent auf rund 1,4 Milliarden Euro (Vj: 1,3 Milliarden). Die Stornoquote sank auf 3,9 Prozent (Vj: 4,1 Prozent) und liegt damit erneut deutlich unter dem Marktdurchschnitt (5,0 Prozent). Der Gesamtüberschuss erreichte 414,3 Millionen Euro (Vj: 74,2 Millionen). Im Vorjahr war der Gesamtüberschuss noch von der Nachreservierung bei Rentenversicherungen in Höhe von rund 100 Millionen Euro belastet. In die Rückstellung für Beitragsrückerstattung für Kunden (RfB) wurden 389,3 Millionen Euro eingestellt (Vj: 69,2 Millionen).
Krankenversicherung und Rechtschutzversicherung: Bestand erhöht
Das private Krankenversicherungsgeschäft, das die SV gemeinsam mit ihrem Verbundpartner, der UKV - Union Krankenversicherung in Saarbrücken, betreibt, hat sich 2005 gut entwickelt. Der Bestand erhöhte sich um 5,8 Prozent auf 10 Millionen Euro Monatsbeitrag bzw. 120 Millionen Euro Jahresbeitrag, so dass im Geschäftsgebiet der SV zum Jahresende 200.000 Kunden bei der UKV versichert waren, das sind 13,7 Prozent mehr als im Vorjahr.
Der Bestand der Rechtsschutzversicherungen, die die SV als Landesdirektion für die ÖRAG, die Rechtsschutztochter der öffentlichen Versicherer, vermittelt, erhöhte sich um 1,4 Prozent auf 210.000 Verträge. Die Bruttobeitragseinnahmen stiegen um 4,6 Prozent auf 29,8 Millionen Euro.
2005: Höhepunkt der Fusionsarbeiten - Basis für den Erfolg in der Zukunft
"Das Jahr 2005 stand für die SV im Zeichen der Fusion", sagte Wolff von der Sahl. "Der Konzernumbau konnte auf allen Ebenen erfolgreich weitergeführt werden. Schwerpunkte des Jahres waren die Einführungen neuer Strukturen und neuer Technik." Trotz dieser erheblichen Anstrengungen beim organisatorischen und technischen Umbau des Konzerns konnte die SV ihre Ertragslage verbessern.
Das betriebswirtschaftliche Ziel der Fusion werde die SV ab 2008 erreichen: Der Bruttoeinspareffekt in den Sach- und Personalkosten wird dann bei rund 105 Millionen Euro pro Jahr (unter Berücksichtigung gegenläufiger Effekte netto rund 60 Millionen) liegen, berechnet auf der Grundlage des Kostensockels von 2002. Ende 2005 hatte die SV im Innendienst 2.841 Vollzeitstellen (Vj: 2.920). Ende 2007 sollen es 2.466 sein. Die Zahl der Vollzeitstellen im Außendienst verringerte sich auf 1.827 (Vj: 1.871). Die SV bleibt nach wie vor in der Ausbildung engagiert. Ende 2005 hatten 249 junge Leute Ausbildungsplätze im Innen- und Außendienst.
Ausblick 2006: Mehr Neugeschäft und Fusionsprojekte im Plan
In den ersten vier Monaten des Jahres 2006 zog das Neugeschäft wieder spürbar an: In den Lebensversicherungen stieg es nach statistisch laufendem Jahresbeitrag um mehr als 20 Prozent, bei den Einmalbeiträgen über 110 Prozent. Auch in den Schaden- und Unfallversicherungen konnte die SV im Neugeschäft zulegen, nach Beitragseinnahmen um rund 13 Prozent, nach Stückzahl um 32 Prozent, wesentlich geprägt vom Zuwachs in der Kraftfahrtversicherung. Gestiegen sind wie erwartet die Kündigungszahlen aufgrund der Beitragssatzanpassung in der Gebäudeversicherung in Baden-Württemberg zum 1.1.2006, die für rund 39.000 Kündigungen mit einem Beitragsvolumen von 8,3 Millionen Euro verantwortlich war.
SV verbessert Kundeninformation über Eigenvorsorge
Die Information ihrer Kunden wird die SV freiwillig verbessern. Ab Mitte 2006 erhalten SV-Kunden ergänzend zu den jährlichen Informationen zur Überschussbeteiligung einen "Eigenvorsorgereport", entsprechend der Empfehlung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Damit können die Kunden problemlos ermitteln, welchen Teil ihrer Versorgungslücken sie mit ihren SV-Verträgen geschlossen haben.